Twitternde Bildungsbürger?

Meine Twittertimeline ist – glücklicherweise – bunt gemischt. Es gibt Menschen, die sich im Moment über politische Themen austauschen (und durchaus auch aufregen); es gibt Menschen, die sich in vielfältiger Weise in Projekten engagieren und darüber berichten; es gibt Menschen, die ihre Social-Media- oder auch Gründungserfahrungen teilen; es gibt Menschen, die über kulturelle Themen twittern und es gibt Menschen (wie zum Beispiel mich), die sich gerne in Diskussionen zu Büchern und Literatur tummeln. Aus einer solchen Diskussion – einem ziemlich langen Thread – entstand eine Diskussion über „Bildungsbürger“, ein Begriff der mich stört und den ich ablehne.

Der Ausgangspunkt ……
Ausgangspunkt war am 4. Juli dieser Thread: ich hatte einen Tweet retweetet und daraus ergab sich eine Diskussion über gute Autoren zwischen mir, dem @itbeobachter, dem @pjakobs und später noch @dknake. Im Verlauf des Threads landeten wir über eine „Auflistung“ guter Autoren, der Suche nach einer Autorin (Marianne von Willemer, die ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte), Fässern („willst Du dieses Faß auch noch aufmachen“) schließlich beim Lateinlernen und bei Ovid (genauer den Metamorphosen des Ovid). Es war eine nette kleine Diskussion unter Menschen, die anscheinend gerne lesen.
Aufgrund der Diskussion habe ich mir mehrere Bücher bestellt – eine Sammlung von lustigen Gedichten, zwei Kriminalromane, die mir per DM vom @itbeobachter empfohlen wurden und die Metamorphosen des Ovid in der Übersetzung von Johann Heinrich Voß (ich wollte es nicht online lesen). Aus meinem Tweet über die Bestellung ergab sich dann wieder ein längerer Thread über gute Literatur unbedingt zu lesende lateinische Werke (in deutscher Sprache), in dem @pjakobs plötzlich einen Satz äußerte, der mich massiv störte und verstörte, nämlich: „Gott was sind wir doch für Bildungsbürger“.

Ich eine Bildungsbürgerin?
Ich ließ den Satz in dem Thread einen Moment sacken und dachte sofort: nein, das bin ich nicht. Ich bin keine Bildungsbürgerin. Alles in mir stellte sich bei dem Gedanken quer. Nicht, daß ich nicht an Bildung interessiert bin – im Gegenteil. Ich finde die Idee, ein Leben lang zu lernen, großartig und ich glaube ich, daß ich das tatsächlich lebe. Ich lese viele Bücher – Sachbücher genauso wie Romane, Theaterstücke genauso wie Essays. Ich gehe gerne und im Moment auch relativ oft ins Theater, ich besuche Ausstellungen und ich informiere mich über viele Themen. Aber Bildungsbürgerin? Nein, etwas in mir sperrte sich ganz stark.
Ich habe es später in dem Thread für mich wie folgt formuliert: „Belesen ja, neugierig ja, halbwegs gebildet ja, vielfältig interessiert ja – das sind meine Ziele!“
Der eine oder die andere mag das durchaus als „Bildungsbürgertum“ verstehen, für mich ist das aber etwas anderes. Schon aufgrund meiner Herkunft paßt der Begriff „Bildungsbürgertum“ nicht. Meine Mutter war ungelernte Arbeiterin – sie hat mich immer unterstützt, wenn es um Bildung ging – und dementsprechend sind viele „klassische“ Bücher erst bei uns „eingezogen“, als ich diese haben wollte. In den Regalen im Wohnzimmer standen Werke von Konsalik, die mein Vater gerne las und ein paar Bücher aus dem Bertelsmann Club Sortiment. Außer den typischen Kinderbüchern (zum Beispiel Märchen von den Gebrüdern Grimm und Hans Christian Andersen) – die ich natürlich geschenkt bekam – zogen erst mit meinen ersten ausgeprägten Lesewünschen „Klassiker“ bei uns (beziehungsweise in meinem Bücherregal) ein.
Irgendwann in den späten siebziger Jahren wurde die Verfilmung des Buches „David Copperfield“ von Charles Dickens als weihnachtlicher Mehrteiler gezeigt. Wie habe ich diesen Film geliebt! Und wie habe ich mich gefreut, als ich dann zum nächsten Geburtstag von meinen Eltern das Buch geschenkt bekam. Ich habe es in den Jahrzehnten, seitdem ich es geschenkt bekam, x-fach gelesen und der Bucheinband zeigt (obwohl ich immer sehr pfleglich damit umgegangen bin) deutliche Gebrauchsspuren. So kam Charles Dickens als erster Klassiker in mein Leben. Goethe, Schiller und Shakespeare kamen erst später dazu, dazwischen schaffte es noch Theodor Storm mein Herz zu erobern und nahm mit einer mehrbändigen Ausgabe seinen Platz im Regal ein.
Heute ist im Regal kaum noch Platz (nein, das ist die Untertreibung – viele meiner Bücher sind im Moment ausgelagert und ich habe viele erst vor kurzem aus ihrem Karton-Zwischenlager befreit und in ein Regal gesteckt). Ja, heute würde ich durchaus sagen, daß ich belesen bin und man findet viele Klassiker unter diesen Werken. Aber damals – damals waren die Voraussetzungen anders und ich habe meine „Lesewelt“ nach und nach erst aufgebaut.

Kommt es nicht auf die Entwicklung an?
Meine Ablehnung des Begriffs „Bildungsbürger“ konterte @pjakobs mit dem Einwand, daß wir alle uns ja seit der Schulzeit entwickelt haben. Das ist sicherlich richtig und ich würde für mich durchaus in Anspruch nehmen, daß ich mich gerade in den letzten drei Jahrzehnten (ja, solange ist die Schulzeit schon her) sehr stark entwickelt habe – in meinen Interessen, in den Büchern, die ich lese aber auch ganz allgemein in meiner Persönlichkeit. Ich bin nicht mehr die Astrid, die 1988 das Abitur gemacht hat und dann nach Köln an die Uni gegangen ist. Aber manche Dinge ändern sich trotzdem nicht. Ich kann und will meine Herkunft weder ablegen noch verleugnen, zu manchen Dingen oder Themen fehlt mir manchmal auch der Zugang, weil es nicht zu meinem Alltag gehörte. Menschliche Entwicklung ist wichtig – sehr wichtig sogar – aber sie macht aus einem neugierigen und interessierten Menschen eben auch noch keinen Bildungsbürger – finde ich zumindest.

Warum mich der Begriff „Bildungsbürger“ stört
Für mich hat der Begriff „Bildungsbürger“ etwas Trennendes und Ausschließendes – es gibt die Menschen, die mit einem bildungsbürgerlichen Alltag in einem bildungsbürgerlichen Haushalt aufgewachsen sind. Das ist schön und ich möchte das auch gar nicht negativ bewerten. Aber es gibt auch „die anderen“ und zu diesen anderen gehöre ich. Es macht mich betroffen, daß mein Lernen und meine Entwicklung einfach nur ein „jetzt bist Du auch auf der Stufe der Bildungsbürger angekommen“ darstellen sollen. Ich werde in diesem Moment nicht um meiner selbst oder aufgrund meiner Lernanstrengungen und Lernerfolge „gewürdigt“, sondern nur, weil ich – endlich – einem vermeintlichen Bildungsideal entspreche (nein, ich entspreche diesem Ideal nicht – ganz und gar nicht). Es ist irgendwie die falsche Anerkennung für das falsche Ziel oder das falsche Bild von mir. Und ja, das stört mich – weil die Offenheit für unterschiedliche Lebenswege und unterschiedliche Interessen fehlt.

Und Ihr?
Wie seht Ihr das? Seht Ihr Euch als Bildungsbürger? Könnt Ihr mit dem Begriff etwas anfangen? Ich bin neugierig und würde mich freuen, Eure Ansicht zu diesem Thema hier oder bei Twitter zu lesen!

Wie kommen wir ins Gespräch?

Manchmal gibt es sie – die guten Gespräche – im „analogen“ Leben aber auch auf Twitter. Und manchmal versuchen wir alles Mögliche, um ein Gespräch zu beginnen und es klappt nicht. Kommunikation ist – so selbstverständlich sie zum menschlichen Leben gehört – immer schwierig. Nicht umsonst gibt es im Moment in Hannover sogar eine Sonderausstellung zu diesem Thema – noch bis zum 19.09.2018.

Ein Gespräch – ja will ich das denn?
Es gibt – online wie offline – durchaus Momente, ich denen ich kein Gespräch führen möchte. Manchmal bin ich einfach zu müde (besonders am frühen Morgen), manchmal kreisen meine Gedanken um ein Problem, manchmal möchte ich auch einfach nur meine täglichen drei Seiten schreiben oder etwas in Ruhe lesen. Das sind durchaus Momente, in denen ich gerne bei Twitter „hereinschaue“ – aber halt eher lesend und konsumierend. Selten schafft man in diesen Momenten, mich in ein Gespräch zu ziehen. Wer es trotzdem versucht (vor allem im analogen Bereich) wird dann möglicherweise auf wenig begeisterte Reaktionen treffen. Gespräche abblocken kann ich eigentlich ganz gut – meist auch halbwegs freundlich. Andererseits kann man mich manchmal (ja, ok, meistens) mit interessanten Themen oder Fragen ganz schnell ködern ………

In den letzten Jahren habe ich analog und digital viele interessante Gespräche geführt. Analog zum Beispiel mit BusfahrerInnen (ich wohne an einer Endhaltestelle, da ergibt sich das öfter mal), mit MitarbeiterInnen meines Lieblingssupermarktes (ich wurde nach dem Tod meiner Mutter sogar umarmt und es tat gut) und mit Menschen, die mit mir an Haltestellen warteten. Digital – also für mich vor allem auf Twitter – gab es die witzigen Gespräche (so zum Beispiel den „Ameisenthread“ mit @pjakobs, den ü50-Thread mit @itbeobachter und @pixelkurier, der Musikthread mit @karin1210) und die vielen ernsthaften Gespräche – zum Teil im offenen Bereich, zum Teil per DM, aus denen sich sogar kleine „Projekte“ ergaben, so zum Beispiel das Twittertreffen in Trier mit @thalestria und @mariohanneken und das Fragencafe mit @kontermann. Einzelne kleine oder größere Gespräche, die für sich genommen oft nicht wirklich wichtig waren, sich zufällig ergaben und doch gut waren. Meistens nehme ich mir tatsächlich (und sehr gerne) die Zeit, diese Gespräche zu führen …..

Jeder Tweet ist ein potentieller Gesprächsanlaß!
Ich möchte mich im Folgenden auf „meine Gespräche“ bei Twitter beschränken – eine sehr allgemeine Betrachtung würde ich wohl nicht so schnell in einem einzigen Blogbeitrag unterbringen. In einem kleinen Twittergespräch mit @karin1210 habe ich vor ein paar Tagen geschrieben, daß für mich jeder Tweet ein potentieller Kommunikationsanlaß ist. Das heißt natürlich nicht, daß ich jeden Tweet aufgreife – aber wenn ich ein Gespräch suche, dann schaue ich nach Tweets, die mich zu einer Frage oder einer Antwort anregen. Und klar, je mehr interessanten Menschen man folgt, desto mehr potentielle Gesprächsanlässe finden sich in der Timeline. Ich glaube schon, daß es leichter ist, Gespräche zu führen, wenn man einer größeren Menge an Menschen folgt. Dementsprechend folge ich auch viel mehr Menschen als mir folgen. Twitter hat gerade den Vorteil, daß „Zweiseitigkeit“ nicht Voraussetzung von Gesprächen ist.

Der erste Schritt….
Gespräche entstehen nicht deshalb, weil Menschen sich – zufällig – am selben Ort befinden. Ein Mensch muß immer irgendwie den Anfang machen. Und auch wenn jeder Tweet ein potentieller Gesprächsanlaß ist, so führt eben nicht jeder Tweet zu einem Gespräch. Es ist immer noch „erforderlich“, daß jemand den Tweet aufgreift und daduch ein Gespräch entsteht.
Ganz am Anfang meiner aktiven Twitterzeit habe ich mich oft bei Menschen, denen ich folgte, für Links bedankt, habe ihnen Fragen gestellt (im Sinne von „wo kann man das nachlesen“) und habe sie auch retweetet. Daraus haben sich erste Gespräche und beidseitige Kontakte ergeben.
Hilfreich waren auch die vielen „Livetweets“ von Veranstaltungen – Konferenzen, Barcamps, Twittwoche – Menschen haben oft auf die Tweets von diesen Veranstaltungen reagiert und wir sind über die Themen ins Gespräch gekommen.
Was ich relativ oft mache: „Gesundheitstweets“ sind für mich in der Regel (vor allem bei Menschen, denen ich schon länger folge oder die ich persönlich kenne) ein wichtiger Hinweis, wie es dem-/derjenigen geht. Meistens nehme ich mir daher die Zeit, ein kurzes „gute Besserung“ oder „alles Gute“ bei Krankheiten, Zahnarztbesuchen etc. zu schreiben. Solche Antworten erwarten die Menschen, die solche Nachrichten twittern, vielleicht gar nicht – aber ich finde es auch schön, wenn jemand mir in nicht ganz so schönen oder gar schwierigen Seiten per Tweet zur Seite steht und mir alles Gute wünscht. Ich habe durchaus den Eindruck, daß solche Antworten zumindest für den Moment ein Gefühl der menschlichen Nähe und Verbindung aufbauen. Und was können wir mit einem Tweet mehr ereichen?

In laufende Gespräche einsteigen ….
Eine weitere Möglichkeit, auf die Ruth am Sonntag hingewiesen hat, ist auch in laufende Twittergespräche einzusteigen. Das habe ich natürlich auch oft gemacht (bin ich jetzt eine Twittergesprächscrasherin?). Die Ergebnisse waren sehr unterschiedlich. Manche dieser Seiteneinstiege haben zu wunderbaren Threads und Folgekontakten geführt – vor allem da, wo ich zumindest einen der „Gesprächspartner“ bereits „kannte“ (es also bereits einen Kontakt auf Twitter gab, der über ein bloßes „ich folge Dir schon“ hinausging), manche Gespräche versandeten, manchmal wurden Gespräche trotzdem ohne mich weitergeführt. Das fühlt sich in dem Moment natürlich nicht toll an, aber man muß sich immer vor Augen halten, daß man selbst ja auch nicht immer mit allen möglichen Menschen sprechen möchte. Wenn mir das mehrfach passiert, dann weiß ich das ich den entsprechenden Personen halt nur lesend folge und das ist dann auch ok.

Mit eigenen Tweets Gespräche anregen…..
Es ist schon merkwürdig. Manche Tweets, die ich schreibe, finde ich fürchterlich wichtig, ich warte sehnsüchtig vor dem Monitor oder dem Handy und ….. nichts passiert. Absolut nichts. Es sind oft die Tweets, die ich persönlich „nervig“, „unwichtig“ oder sogar „schlecht“ finde, auf die die meisten Reaktionen erfolgen. Und ja, je mehr ich schreibe, desto mehr Reaktionen bekomme ich auch insgesamt. Twitter ist ein schnelles Medium. Ein einzelner Tweet geht da schnell unter, oft sind es „Zufallsfunde“, auf die ich selbst reagiere und die dann wiederum zu Gesprächen führen. Wenn mir ein Thema wirklich sehr sehr wichtig ist, dann wiederhole ich das Thema auch nochmal in einem anderen Tweet oder packe es sogar in einen Blogbeitrag. Fragen führen oft, aber nicht immer zu Reaktionen. Oft hängt es an völlig willkürlichen Kriterien wie Tageszeit, Wetter, parallel stattfindende politische Ereignisse, TV-Programm ….. Die wichtigste Erkenntnis ist daher: nicht aufgeben, immer wieder versuchen! Nicht nur für Twitter gilt: steter Tropfen höhlt den Stein!

Was ich underwiderstehlich finde ……
Tweets mit Wortspielereien, mit feiner Selbstironie und Humor, mit kulturell spannenden Themen (z.B. Bücher oder Theater) und mit guten Fragen erobern meine Seele im Sturm – da bin ich sofort dabei! Etwas schwieriger sind politische oder rechtliche Diskussionen. Da lese ich oft eher mit als selbst zu antworten. Gerade aus Tweets zu Wortspielereien oder aus humorvollen und ironischen Tweets haben sich wunderbare Kontakte und Gespräche entwickelt, die ich nicht missen möchte. In meiner Timeline sind glücklicherweise sehr viele Menschen vertreten, die Wortspiele und Ironie mindestens ebenso schätzen wie ich! Welche Bereicherung für meine Timeline und mein Leben!

Und an die vielen lieben, humorvollen, ironischen und interessanten Menschen aus meiner Timeline, die ich hier nicht explizit erwähnt habe: ich danke Euch allen für 9 Jahre wunderbare Twittergespräche und Twitterkontakte!

Und wie kommt Ihr ins Gespräch?
Ich bin ja sehr neugierig ….. Daher möchte ich am Ende dieses Beitrags von Euch wissen, wie Ihr mit Menschen auf Twitter ins Gespräch kommt? Was „funktioniert“ gut, was macht ihr gerne, was klappt nicht? Was ist wichtig, damit es zu guten Gesprächen kommt?
Ja, das sind viele Fragen – aber ich möchte mein „Twitter“ in dem Gesprächskultur wichtiger als Polarisierung ist, gerne bewahren und dazu gehört das Teilen der guten Erfahrungen!

Wie offen darf es sein?

Normalerweise erwähne ich mein Privatleben in der Öffentlichkeit – also auch auf Twitter – kaum. Man könnte fast vermuten, daß ich kein Privatleben habe. Das ist natürlich nicht so. Aber meist finde ich es hilfreich, wenn nicht jeder „alles“ über mich und mein Leben weiß. Diesen Grundsatz habe ich in den letzten 7 Monaten dreimal gebrochen und das sehr bewußt. Heute Morgen habe ich darüber nachgedacht und diese Gedanken möchte ich hier jetzt zusammenfassen. Aber erst einmal die drei „Verstöße“ gegen meinen Grundsatz der Privatheit …..

Der schwerste Tag des Jahres 2017 – der 1. Dezember 2017
Ende November 2017 ging es meiner Mutter aufgrund ihrer Krebserkrankung schon sehr schlecht. Wir hatten irgendwann den SAPV hinzugezogen, aber es wurde täglich schwieriger. Am 30.11. erfuhren wir am Nachmittag, daß sie am Nachmittag des 01.12.2017 ins Hospiz gehen konnte. Das war ihr Wunsch und insofern eine gute Nachricht. Terminlich war das für mich allerdings schwierig. Ich sollte am 01.12.2017 in der LVQ unterrichten – zweiter Tag im Social-Media-Manager-Kurs. Telefonisch habe ich mich mit der LVQ darauf geeinigt, daß ich bis zum Mittag unterrichte, für den Rest des Tages Aufgaben vorbereite und dann gehe, um meine Mutter ins Hospiz zu begleiten. So stand ich am Morgen des 01.12.2017 vor einem Raum fröhlicher und erwartungsvoller angehender Social-Media-Manager. Es war so schwer. Ich konnte kaum sprechen, mir kamen die Tränen. Und doch mußte ich da irgendwie „durch“. Ich hatte unterwegs schon beschlossen, daß ich berichte, warum es mir nicht gut geht. Also habe ich mit brechender Stimme und unter leichten Tränen erzählt, daß ich an dem Tag nur bis zum Mittag unterrichte, weil ich danach meine Mutter ins Hospiz begleite (und bei der Erinnerung an diesen Moment fließen auch jetzt wieder meine Tränen). Ich habe mich dann einen Moment umgedreht, mich geräupsert und dann konnte ich unterrichten.
Ich glaube, daß es eine gute Entscheidung war, so vorzugehen. Ich würde es jedenfalls wieder so machen.

Der 5. und 6. Dezember 2017
Am 5. Dezember starb meine Mutter am frühen Morgen im Hospiz. Ich war dankbar, daß sie einschlafen konnte und natürlich gleichzeitig traurig. Im Laufe der Jahre hatte ich mit vielen Menschen, mit denen ich auf Twitter vernetzt bin, über die Krankheit meiner Mutter gesprochen. Deshalb kam ich auf die Idee, meine „Gefühlslage“ in dem Moment auch auf Twitter zu veröffentlichen und zwar mit folgenden Worten:

„Nach einer sehr schweren Zeit ist meine Mutter gestern friedlich eingeschlafen. Ich bin traurig, gleichzeitig dankbar, daß sie gehen konnte.“

Es war eine gute Idee. Ich habe sehr viele nette Tweets und Nachrichten erhalten, es war das Gefühl im Moment der Trauer nicht allein zu sein. Ich war und bin sehr dankbar dafür, daß meine Menschen in dem Moment an mich gedacht haben, mir Kraft gewünscht haben und sich bei mir gemeldet haben.

Der schlimmste Tag des Jahres 2018 – der 23. Juni 2018
Durch die intensive Begleitung meiner Mutter bis zum Tod ging es mir schon kurz nach ihrer Beerdigung relativ gut. Ich hatte mich schon in der Zeit von August bis Dezember von ihr verabschiedet – jeden Tag ein kleines bißchen mehr. Januar und Februar waren schon noch schwierig, aber ab März ging es deutlich aufwärts und im April und Mai hatte ich mein „altes fröhliches und gelassenes Ich“ komplett wiedergefunden.

Die Vorgeschichte
In dieser Zeit schrieb jemand, dem ich schon ziemlich lange folge (und er mir auch) in einem Thread etwas zum Thema „Eisessen“. Daraus ergab sich die Idee, sich doch zu treffen, wenn ich mal im Norden bin. Ich war so offen und fröhlich, daß ich (völlig ohne Hintergedanken) meinen Hamburgaufenthalt Ende Mai/Anfang Juni per DM mitgeteilt habe. Daraus ergab sich dann (leider!) ein Treffen in Blankenese am 30. Mai. Es war ein schöner Abend, mit einer seltenen Vertrautheit, die sich für mich nach Freundschaft anfühlte. Mehr war es zu dem Zeitpunkt nicht. Allerdings folgten danach (fast) jeden Abend lange Twittergespräche per DM, die irgendwie im Laufe der Zeit zu einer starken Nähe führten. Irgendwann während dieser Zeit habe ich mich verliebt. Und ich habe das auch frühzeitig in meinen Antworten „durchblicken“ lassen. Gelegentlich kam dann ein „Ohhh“ als Antwort. An vielen Stellen wäre die Möglichkeit gewesen zu sagen „ich möchte nur Freundschaft“, ich hätte dann einmal schwer geschluckt, aber es wäre möglich gewesen. Wir wären uns ja ohnehin nicht persönlich über den Weg gelaufen (ich in Wuppertal, er in Norddeutschland). Aber im Gegenteil. Wir hatten schon ausgemacht, daß ich ihn am ersten Juliwochenende besuche und plötzlich schlug er vor, daß wir uns am 18. Juni in Köln treffen, weil er auf einer Geschäftsreise war und dort ohnehin umsteigen mußte. Wir haben an dem Sonntag und Montag viele Nachrichten ausgetauscht, die ganz klar in Richtung „romantische Natur des Treffens“ liefen und auch das Treffen war eben nicht freundschaftlich. Weiter ging es mit den Privatnachrichten – bis Donnerstagabend. Dann herrschte Stille, was mich aber zunächst nicht verwunderte. Am Samstagabend kam dann die Nachricht per DM, daß er seit einer Woche (!) schon darüber nachdenkt, ob er überhaupt eine Beziehung will und sich jetzt entschieden hat, daß er keine Beziehung will. Ja, da saß ich dann ganz allein vor meinem Rechner. Ich habe natürlich noch nachgefragt, Vorschläge gemacht, aber das „Nein“ blieb felsenfest bestehen.

Warum ich es öffentlich gemacht habe…..
Eine schreckliche Situation. Ich hatte mir als ich nach Hamburg fuhr keine Beziehung gewünscht. Ich hatte mich auf ein nettes Treffen gefreut, mich dann auf den DM-Austausch eingelassen, mein Herz geöffnet und plötzlich saß ich hier mit einem großen Scherbenhaufen. In meiner Not griff ich zu Twitter (da ich ja ohnehin parallel mit ihm noch per DM sprach). Ich schrieb daher folgenden Tweet:

„Wenn etwas, was sich schön und richtig anfühlt, plötzlich abrupt endet, ohne daß man es versteht, dann ist das traurig. #traurigerSamstag“

Vom Hashtag #traurigerSamstag wechselte ich am Sonntag dann auf den Hashtag #traurigerSommer – unter beiden Hashtags kann man nachlesen, was ich am Samstagabend und Sonntag geschrieben habe. Es ging mir richtig schlecht. Ich konnte nicht schlafen, nichts essen, Tränen liefen mir über das Gesicht, ich konnte mich nicht konzentrieren, nichts in Ruhe lesen. Es war fürchterlich. Ja, ich habe das alles auf Twitter öffentlich gemacht. Ich habe einen Moment gezögert, ob das gut ist und dann habe ich gedacht: doch, es kann nicht schlimmer werden. Was mir wichtig war: ich habe an keiner Stelle den Namen genannt, es geht darum, daß ich meinen Schmerz und meine Trauer verarbeite – dafür muß ich natürlich die Geschichte erzählen, ich möchte „ihn“ aber nicht „fertigmachen“, auch wenn ich mit seinem Verhalten nicht glücklich bin. Ich habe aber den Eindruck, daß es ihm am Samstag auch nicht wirklich gut ging und er über den Verlauf und die „Notwendigkeit“ der Entscheidung (aus seiner Sicht) auch nicht glücklich ist. Aber das ist letztlich egal – hier geht es um nicht um ihn, sondern um mich!

Was dann kam ….
Wirklich erstaunt war ich über die Vielzahl der Rückmeldungen. Schon am Abend (noch während das DM-Gespräch lief) erhielt ich aufmunternde Tweets. Nach dem endgültigen „Scheitern“ wurden es noch mehr und in diversen DM mit unterschiedlichen Menschen wurde ich getröstet, abgelenkt („wann ist etwas überhaupt eine Beziehung“, „wann ist es ein Scheitern“), mir wurden Erfahrungen berichtet und ich wurde immer wieder herzlich umarmt. Viele Menschen boten mir auch in DMs Gespräche an. Ich hatte nicht mit dieser Menge an positiven Rückmeldungen gerechnet, das Twittern war erst einmal mein Umgang mit einer für mich fürchterlich schmerzhaften und traurigen Situation, mit der ich nicht gerechnet hatte. Natürlich hätte ich diese Situation gerne vermieden (siehe oben) – aber ich bin so dankbar dafür, daß so viele Menschen meinen Kummer und meinen Schmerz wahrnehmen und nachfühlen konnten und so einfühlsam reagiert haben. Das war das wirklich gute Erlebnis an diesem Wochenende! Danke!!

Zu dem Thema offener Umgang mit Gefühlen möchte ich Euch noch das YouTube-Video von Bettina Stackelberg ans Herz legen. Ich glaube mittlerweile tatsächlich, daß es uns gut tut, wenn wir nicht nur über die positiven Seiten unseres Lebens sprechen. Es ist leicht Erfolg zu kommunizieren und zu teilen, es ist viel schwerer über die Niederlagen, Ängste und Schmerzen zu sprechen. Und doch tut es gut, ich kann das jetzt aus eigener Erfahrung versichern!

Wie offen will ich in Zukunft sein?
Heute morgen schrieb ich in einem Thread, daß ich mein Herz am liebsten für die nächsten 20 Jahre abschotten möchte. Ich stecke in einem gewissen Sinne in einer paradoxen Situation. Eigentlich bin ich von Natur aus offen und neugierig, freue mich Menschen kennenzulernen, springe gerne in Unterhaltungen auf Twitter, folge neuen Menschen, freue mich, wenn sie mir antworten und daraus neue „Bekanntschaften“ oder vielleicht sogar „Freundschaften“ entstehen. Das alles möchte ich nicht missen und doch ist da jetzt dieses Warn- und Stoppschild in meinem Kopf. Wenn es das Treffen in Hamburg nicht gegeben hätte, dann ginge es mir heute richtig gut …… Aber es gab dieses Treffen und den nachfolgenden DM-Austausch….. Leider. Es hätte sonst vielleicht eine wunderbare Freundschaft werden können. Aber zurück zum Thema „Zukunft“.

Bettina Stackelberg hat die zwei grundsätzlichen Möglichkeiten in einem Tweet an mich wunderbar zusammengefaßt: „Und ich hab immer aufs neue die Entscheidung: Herz offen oder Herz geschlossen“. Ja, das ist richtig und doch manchmal schwer umzusetzen.

Heute Morgen fiel mir auf, daß es vor allem im Moment darum geht, wo ich meine „Grenzen“ setze, wann ich „nein“ sage oder bewußt blockiere (das kann ich sehr gut, das habe ich schon lange Jahre erfolgreich gemacht, leider nicht in Hamburg). Und bei dem Nachdenken über Grenzen fiel mir dann auf, daß mein Umgang mit der Situation ganz im Kleinen irgendwie auch für die gesellschaftliche Frage in Deutschland steht – wie geht Deutschland mit seinen Grenzen um. Offenheit macht verletzlich, gleichzeitig ist Offenheit notwendig, damit sich „Beziehungen“ überhaupt ergeben können – persönliche Beziehungen zwischen Menschen (Bekanntschaft, Freundschaft, Liebe), wirtschaftliche Beziehungen, diplomatische Beziehungen.

Ich bin durch dieses Wochenende natürlich wieder meilenweit von meinem offenen und fröhlichen „Ich“ entfernt und der Weg zurück wird lange dauern. Deshalb ist der Hashtag #traurigerSommer sehr treffend und richtig. Das heißt nicht, daß ich jetzt täglich allein im Kämmerlein weine und leide. Aber es ist ein trauriger Grundton da. Sozusagen „Moll“ statt „Dur“. Es ist ein bißchen so, als ob alles mit einem Grauschleier versehen ist. Es wird dauern, bis dieser Grauschleier verschwindet und ich wieder „ich“ bin. Aber ja, ich werde das auch diesmal hinbekommen.

Falsche Frage …….

Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Einfluß die Formulierung einer Frage auf den Inhalt und den Verlauf eines Gesprächs/einer Diskussion haben kann. Gute Fragen können „wie Küsse schmecken“ (so auch der Titel eines sehr spannenden Buches von Carmen Kindl-Beifuß) und damit gute und spannende Gespräche eröffnen, weniger gute Fragen verbauen den Weg zum Gespräch, setzen den Befragten manchmal sogar unter Druck oder stellen ihn bloß (anschaulich geschildert im Buch „Warum? Von der Obszönität des Fragens“ von Aron Ronald Bodenheimer).

Warum ich dieses Thema jetzt aufgreife? Sonntag vor einer Woche entspann sich auf Twitter eine Diskussion rund um das Thema Live-Streaming von Sessions auf Barcamps. Die Frage, die – zunächst unausgesprochen – im Raum stand, war „Live-Streaming bei Barcamps – pro oder contra?“ Eine offene Frage, die völlig unterschiedliche Sichtweisen und Aspekte im Rahmen des Gesprächs zuließ. So haben wir im Verlauf des Sonntags unter anderem über die Vor- und Nachteile für Sessiongeber, Teilnehmer, abwesende Interessierte, Orga-Teams und Sponsoren gesprochen. Die „Streaming-Kompatiblität“ unterschiedlicher Inhalte war ebenso Thema wie die Frage der Sponsorengewinnung und damit der Finanzierung von Barcamps. Die 140-Zeichen-Begrenzung bei Twitter war für uns alle immer wieder eine Herausforderung – es ist gar nicht so einfach, komplexe Inhalte in kurzen Tweets halbwegs verständlich darzustellen. So war es nicht verwunderlich, daß wir auf die Idee kamen Blogbeiträge zu „Livestreaming bei Barcamps – pro oder contra?“ zu schreiben. Der „pro-Beitrag“ erschien im Stream-Café, mein „contra-Beitrag“ in diesem Blog, weitere Beiträge werden vielleicht noch folgen.

Gerade weil die Diskussion zu dem Thema sehr spannend war, fand ich die Idee, das Gespräch in einem Hangout fortzusetzen zunächst gut. Dabei bin ich aber davon ausgegangen, daß auch dem Gespräch im Hangout dieselbe offene Fragestellung „Livestreaming bei Barcamps – pro oder contra?“ zugrundeliegt. Eine Fehlannahme! Aus der offenen Ursprungsfrage ist nämlich „Geschützte Räume, Autorisierungen, Regeln: Wie offen sollen Barcamps sein?“ geworden. Das mag aus Sicht der Streaming-Befürworter eine wichtige Frage sein, mit der offenen Ursprungsfrage hat diese Frage aber nichts mehr zu tun. Vielmehr steckt in der Frage schon die wertende Grundannahme und „Unterstellung“, daß ein Barcamp ohne Streaming gerade nicht offen ist. Das sehe ich anders und dazu werde ich sicherlich irgendwann auch etwas schreiben.

Wesentlich ist für mich aber folgender Punkt: es macht für mich keinen Sinn, eine derartig einseitig formulierte Frage in einem Hangout zu diskutieren. Die Fragestellung lädt gerade nicht dazu ein, unterschiedliche Aspekte zu beleuchten und zu hinterfragen, es ist auch keine Weiterführung der ergebnisoffenen Diskussion, denn die Frage beinhaltet das (gewollte) Ergebnis ja schon. Schade, denn so hat die Diskussion ihren Charme völlig verloren!

Nur wer sich zeigt ….

…. kann auch gesehen werden! Das ist zumindest für mich die wichtigste Erkenntnis aus einem Gespräch beim Barcamp Ruhr #bcruhr8 und der Session von @LeseratteJ und @JuliaSpunkt zum Thema „Quereinstieg in Social Media“.

Karsten Lohmeyer hat bei seinem Auftritt auf der „Rock the Blog 2015“ am Beispiel „Bloggen“ die Chancen, die wir heute – als potentielle selbständige Publizisten aber auch als Prosumenten im Sinne von Rifkin – haben, sehr schön herausgearbeitet. Noch wichtiger: er hat eindrucksvoll berichtet, was er selbst aus dieser Chance gemacht hat. Aber zum Ergreifen dieser Chance gehört auch Selbstmarketing und da kommen wir zum Thema Social Media. Was aber braucht man, um Social Media – vor allem im Beruf – „erfolgreich“ einzusetzen zu können?

Was zählt? Zertifikat oder Wissen?
Der Bereich Social Media hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Wenn ich an meine ersten „interaktiven“ Schritte im Internet zurückblicke, dann denke ich vor allem an Mailinglisten und Foren. Auch wenn die Entwicklung im Rückblick rasant erscheint, so hatte ich doch die Chance nach und nach in diesen Bereich hereinzuwachsen, Plattformen und Interaktionsformen auszuprobieren (und auch wieder zu verwerfen) und Vorlieben zu entwickeln.

Als „Social Media“ Einzug hielt, war ich schon berufstätig, während meines Studiums gab es diesen Bereich noch nicht. Aber auch heute ist „Social Media“ in vielen (vermutlich den meisten) Ausbildungs- und Studiengängen (noch) kein Thema, auch heute müssen Berufsanfänger und Jobwechsler sich diese Kenntnisse selbst aneignen – um sich selbst zu vermarkten, um ihre Chancen auf einen guten Job zu erhöhen oder auch für einen richtigen Quereinstieg. Schon seit geraumer Zeit werden von vielen Einrichtungen entsprechende Kurse angeboten. Ich selbst bin als Dozentin für den Bereich „Recht“ in einem Kursangebot der LVQ für angehende Social-Media-Manager tätig. Also ein Kurs mit Zertifikat als richtiger Weg?

Nein, ganz so einfach ist es aus meiner Sicht nicht und dies wurde in der Barcampsession zum Thema „Quereinstieg in Social Media“ auch angesprochen. Nicht das Zertifikat ist das eigentlich Wertvolle an der Weiterbildung (auch wenn viele Unternehmen/potentielle Arbeitgeber dies so sehen mögen), wirklich wertvoll ist das erworbene Wissen, die unabhängig von konkreten Plattformen erworbene Handlungskompetenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine Weiterbildung kann insoweit immer nur eine Grundlage sein, auf der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann konkret aufbauen.

Wo anfangen? Eine Frage der Glaubwürdigkeit ….
Wo aber sollen die zertifikatsgeprüften Teilnehmerinnen und Teilnehmer anfangen? Das ist die Crux an diesem Thema. Einerseits ist das Zertifikat in vielen Unternehmen eine notwendige Voraussetzung, andererseits ist ein Zertifikat noch lange kein Türöffner. Woher soll das Unternehmen auch wissen, ob der-/diejenige auch wirklich weiß, was er/sie da tut ….. Theoretisches Wissen – erworben durch Kurse, Buch- und Bloglektüren – kann da nur eingeschränkt weiterhelfen, wichtiger ist die konkrete Anwendung im praktischen Leben. Wer zeigt, daß er/sie ein Netzwerk aufbauen, ein Thema virtuos bespielen kann, der zeigt über die Theorie hinaus Glaubwürdigkeit und ist vielleicht schon einen Schritt weiter. Dieser erste Schritt kann durchaus im Rahmen eines Praktikums oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit stattfinden, oder im Rahmen eines eigenen Herzensprojekts. Darin steckt eine große Chance ….

…. und eine Last
Es ist gleichzeitig eine große Last, das für eine Bewerbung oder einen Quereinstieg, der Wissensnachweis nicht (mehr) ausreicht. Wer hat als Berufsanfänger schon die Zeit und auch die finanziellen Möglichkeiten flugs ein eindrucksvolles Projekt oder Netzwerk aufzubauen? Vernetzung und Projektaufbau brauchen Zeit, Ideen und auch eine gewisse Gelassenheit, wenn etwas nicht (sofort) funktioniert. Die Spirale des „ich-bin-besser“ oder „ich-bin-kreativer“ ist nicht für alle von uns eine positiv empfundene Herausforderung.

Das Herzensprojekt ….
Dennoch glaube ich, daß ein „Herzensprojekt“ ein guter Einstieg sein kann. Wir alle haben unterschiedliche Interessen und Ansichten. Wer es wagt, ein Thema, das ihr/ihm am Herzen liegt, herauszugreifen, es sichtbar zu machen, der schafft es auch leichter, selber sichtbar zu werden. Karsten Lohmeyer ist dafür ein gutes Beispiel, Karin Krubeck auch!
Ja, das sind große Projekte, aber auch diese Projekte haben einmal klein angefangen – mit einer Idee, mit ein paar Beiträgen, den passenden Social-Media-Präsenzen …… sicherlich auch einigen Fehlern, aber vor allem mit viel Begeisterung und Herzblut für das gewählte Thema!
Natürlich kann man dabei scheitern, aber ganz ehrlich: lieber scheitern, als nicht einmal anfangen!

Danke….
… an das Barcamp Ruhr, in dessen Rahmen die Gespräche und die zugrundeliegende Session stattfanden. Mein besonderer Dank gilt dem Orgateam bestehend aus Berthold Barth und Maik Wagner sowie den Sponsoren, die Djure Meinen so schön zusammengefaßt hat (hier und hier).

Was Schumpeter auf dem Barcamp zu suchen hat ……

Ende Februar war das erste Barcamp in Bonn #bcbn15 und ich war – trotz immer noch starker Erkältung – ab der Mittagszeit dabei. Gesundheitlich vielleicht nicht ganz so weise, inhaltlich eine gute Entscheidung, denn das Barcamp hat mir gut gefallen. Von daher möchte ich ein herzliches Dankeschön an das Orgateam und auch an die Sponsoren aussprechen – Ihr habt eine tolle Arbeit geleistet und eine schöne Atmosphäre geschaffen!

Das Barcamp ist nur der Rahmen ….
Das Orgateam (bestehend aus Karin, Johannes und Sascha) und das Forum Internationale Wirtschaft haben uns einen angenehmen Rahmen zur Verfügung gestellt, die Aufgabe aller Anwesenden ist – wie bei jedem Barcamp – diesen Rahmen auch angemessen zu füllen.

Ich habe letzten Samstag – auch bedingt durch meine späte Ankunft und meine Erkältung – nur wenige Sessions mitbekommen. Dafür habe ich ein kurzes aber sehr spannendes Gespräch mitverfolgt, in dem es genau um die Frage der vorgeschlagenen und angebotenen Inhalte ging. Und nein, es geht mir nicht um Kritik an den angebotenen Sessions, sondern eher um die Frage, ob und wie wir mehr thematische und methodische Vielfalt erreichen können.

Es kostet natürlich Überwindung, sich überhaupt erst einmal bei einem Barcamp „vorne“ hinzustellen, eine Session vorzuschlagen und diese dann auch zu halten. Ich freue mich immer wieder, wenn ich auf Barcamps komplett neue Sessiongeber (und -geberinnen) und/oder neue Sessionthemen erlebe. Von daher geht mein Dank auch an alle, die letzte Woche eine Session gehalten haben – auch wenn ich nur einen kleinen Ausschnitt erleben konnte. Jede Session erfordert Vorbereitung – nicht unbedingt eine fertige Präsentation, aber doch eine Idee und eine Vorstellung, was in der Session passieren soll, welche Themen angeschnitten werden sollen, ob es eher eine Diskussion oder ein Vortrag sein soll …… oder doch ganz anders?

Denn gestern kamen in einem Gespräch zwei Punkte auf, die mir so wichtig erscheinen, daß ich sie hier aufgreifen möchte:
– warum gibt es eigentlich kein Barcamp oder zumindest nicht mehr Sessions bei denen praktische Erfahrungen im Vordergrund stehen? Also auch mehr Sessions in denen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen selbst praktische Erfahrungen machen können ……
– warum beschränken wir uns methodisch oft auf (theoretische) Vorträge und Diskussionen?

…. für innovative Inhalte und Kombinationen …..
Und genau hier kommt Schumpeter ins Spiel. Gunnar Sohn hat gestern eine Session zu Schumpeter gemacht – wobei es ihm vor allem um die Persönlichkeit Schumpeters, sein Leben und die Entdeckung seiner Spuren in Bonn ging. Laut Schumpeter ist eine Innovation nicht nur eine Neuerfindung, sondern auch eine neue Kombination von bereits vorhandenen Dingen/Faktoren. Schumpeter hat dies natürlich unmittelbar auf den Bereich der Wirtschaft bezogen. Es paßt aber gerade zu einer Session über Schumpeter, den Begriff auch wieder innovativ – also in einer neuen Kombination – anzuwenden und zwar gerade in bezug auf Barcamps und die Sessions auf einem Barcamp. Interessanterweise paßt die von Schumpeter für die Wirtschaft entwickelte Theorie auch zu den Tätigkeitskategorien, die der russische Künstler Kasimir Malewitsch formuliert hat. Malewitsch spricht von drei Tätigkeitskategorien – dem Erfinden (als Gestaltung des Neuen) und dem Kombinieren (als Umgestaltung des Vorhandenen) als „progressiven“ Tätigkeiten und dem (als „reaktionär“ bezeichneten) Reproduzieren (Nachbildung des Vorhandenen). Sowohl für Malewitsch als auch für Schumpeter ist die Neukombination eine „innovative“ Tätigkeit.

Spannender Gedanke, oder? Wir kombinieren einfach „Dinge“ neu und bekommen spannende neue Sessions und viel Gesprächsstoff. Zugegeben, es ist manchmal schneller und einfacher, zu einem Thema oder einer Frage einen kurzen Vortrag zu entwickeln oder eine Diskussion zu moderieren und natürlich können diese Sessions auch sehr spannend und inhaltsreich sein.

Barcamp als Experimentierfeld?
Was aber wäre, wenn wir das Barcamp als unser Experimentierfeld ansehen? Wenn wir uns also immer wieder bemühen, für uns neue Inhalte und Themen kennenzulernen und aufzugreifen und nach und nach auch neue Kombinationen auszuprobieren? Wenn wir – nach dem allerersten Überwinden – nicht bei einem Thema/einer Methode verbleiben, sondern immer wieder „Neues“ wagen? Dann würde es immer wieder Überraschungen für uns geben – für alle von uns! Ein schöner Gedanke, oder?

Lebenslange Lernlust!

Es war einmal die Lernlust ….. – so lautet die Aufgabe, die Bob Blume uns (bis einschließlich heute!) in seiner Blogparade stellt. Es ist also höchste Zeit, das Thema aufzugreifen, bevor es zu spät ist!

Lesen – der Beginn einer großen Leidenschaft
Um die Schulzeit soll es gehen – genauer gesagt um Lernlust während der Schulzeit. Ganz ehrlich: ich habe immer gerne gelernt und ich bin auch gerne zur Schule gegangen. Lediglich den Sportunterricht mochte ich überhaupt nicht und auch die Handarbeiten in der Grundschule waren nicht meine große Leidenschaft. Aber die Schule hat mir den Weg zu den Büchern und zum Lesen geöffnet – zur großen Leidenschaft meines Lebens!

Referate – über Neugier und Recherche
Lernlust verbinde ich weniger mit einzelnen Fächern oder Lehrern, ganz stark aber mit dem Thema „Referate“. Ich war in der Schule immer recht ruhig, mündliche Mitarbeit war weder meine Leidenschaft noch meine Stärke. Wirklich begeistert hat mich immer wieder die Möglichkeit, ein Thema im Rahmen eines Referats zu erarbeiten und zu vertiefen. Egal ob es die Vorstellung eines Romans für den Deutschunterricht (Martin Walser – Ein fliehendes Pferd) oder die Beschreibung des Aufbaus eines Atomreaktors für den Physikunterricht (Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor in Hamm-Uentrup) war, ich habe die Chance begeistert ergriffen und mich in das Thema vertieft. Dabei habe ich viel gelernt – unglaublich viel!

Natürlich war die „Recherche“ damals noch rudimentär. Ein Gang in die Stadtbibliothek, das Heraussuchen von ein paar passenden Büchern, das Zusammentragen der Informationen. Aber ich habe damals – ohne es zu wissen oder zu merken – den Grundstock für mein späteres Studium und für meine berufliche Tätigkeit gelegt: eben mit der entsprechenden Neugier auch neue Gebiete und Frage mit Recherchemethoden erarbeiten zu können und das Ergebnis auch noch vor einer Gruppe zu präsentieren. Das Wichtigste: diese Recherchen haben mir Spaß gemacht und immer wieder habe ich weitere Bücher zu Schulthemen ausgeliehen und gelesen, so zum Beispiel ein ziemlich dickes Buch über Talleyrand als wir die französische Revolution besprachen. Gerade weil das nicht notwendig war, hat es so viel Spaß gemacht! Lernlust ist für mich einfach auch ein anderes Wort für Neugier! Und diese Neugier habe ich während meiner Schulzeit so richtig „ausgelebt“!

Fremdsprachen – das Tor zur Welt
Schon während der Schulzeit gehörte meine große Leidenschaft den Fremdsprachen. Meistens hatte ich die Schulbücher auch relativ schnell schon irgendwie „durchgelesen“ und kannte dann schon die langweiligen Lehrbuchdialoge zwischen Betty und Peter oder die kleinen Berichte über gesellschaftliche und politische Themen. Umso dankbarer war ich, als wir auch in den Fremdsprachen mit Lektüren, Zeitschriften (ich erinnere mich noch an das Newsweek-Abo und die monatelang danach noch eintrudelnde Werbung ……) und Radiomitteilungen arbeiten „mußten“. Das war schon eine ziemliche Herausforderung, aber auch eine wahnsinnig große Chance. Natürlich habe ich dann einen Englisch-Leistungskurs gewählt und irgendwann zwischendurch meine (damals noch bescheidenen) Sprachkenntnisse in England ausprobiert.

Besonderen Spaß hat es mir dann gemacht, Kinderbücher in der englischen Sprache zu lesen. Ja, natürlich war ich damals eigentlich schon zu alt für Kinderbücher – aber das „Brer Rabbit Book“ habe ich mir wirklich Wort für Wort „erobert“. Auch wiederum etwas, das ich nicht tun mußte, das mir – trotz aller Arbeit – Spaß gemacht hat und von dem ich heute noch zehre. Sowohl von der „gelernten“ Ausdauer als auch von den vielen Vokabeln, die ich damals ohne Zeitdruck gelernt habe.

Kreativität – das große Ausprobieren im Deutschkurs
Ab der 9. Klasse hatten wir einen „modernen“ Deutschlehrer, der sowohl auf Diskussionen als auch auf Kreativität sehr viel Wert legte. Wir hatten in jeder Klassenarbeit die Auswahl zwischen zwei unterschiedlichen Aufgaben – einer analytischen Aufgabe (zum Beispiel Analyse eines Gedichts) und einer kreativen Aufgabe (zum Beispiel ein Gedicht in einem bestimmten Versmaß oder einen Werbespruch schreiben). Meistens habe ich mit der analytischen Aufgabe angefangen und dann doch noch die kreative Aufgabe gemacht. Auch das natürlich völlig unnötig, aber so hat sogar das Klausurenschreiben Spaß gemacht und ich habe für mich entdeckt, daß ich eine kreative Ader habe (die aber definitiv keine „Bastelarbeiten“ oder „Malereien“ umfaßt).

Und danach?
Ich war traurig als die Schulzeit vorbei war (nur den Sportunterricht habe ich keine Sekunde vermißt!). Aber ich konnte damals noch nicht einschätzen, wieviel ich aus dieser Zeit an wertvollen Erfahrungen für mein Studium und meinen Beruf mitgenommen habe. Die Liebe zu Büchern, zu Fremdsprachen und zur Recherche sind mir geblieben und ich zehre heute noch von den Grundlagen, die ich damals bilden konnte.

Gleichzeitig habe ich glücklicherweise schnell gelernt, daß Lernen und Lernlust mit der Schule nicht vorbei sind, sondern danach gerade erst richtig anfangen! Lernlust ist ein lebenslanges Thema und so lese ich noch heute begeistert Bücher und Zeitschriften in Fremdsprachen, lerne neue Vokabeln und sogar neue Sprachen, entdecke neue Themenfelder und recherchiere in Bereichen, die mir noch nicht vertraut sind. All das ist für mich „Lernlust“ und all das möchte ich in meinem Leben nicht missen!

Neue Gedanken zum Thema Barcamp

Schon öfter habe ich in diesem Blog etwas über Barcamps geschrieben. Ich habe den Besuch meines ersten Barcamps beschrieben, mir grundsätzliche Gedanken zum Thema Barcamp gemacht, an den Blogparaden „Mein erstes Barcamp“ und „Was ist der Nutzen von Barcamps“ teilgenommen. Als Insa Künkel gestern fragte „Bist du ein #Barcamper? Dann sage mir auf meinem Blog, was dich daran fasziniert.“

fühlte ich mich – natürlich sofort angesprochen. Gleichzeitig machten (und machen) mich zwei Blogbeiträge von Torsten Maue und Christian de Vries nachdenklich.

Was fasziniert mich also an Barcamps?
Im Laufe der Jahre habe ich ziemlich viele Konferenzen, Tagungen, Workshops, Seminare und (Weiterbildungs-) Veranstaltungen aller Art besucht. Meistens gab es ein verbindendes Merkmal: der- oder diejenige „vorne“ sprach, alle anderen hörten zu – manchmal mit der Möglichkeit in den letzten Minuten ein paar Fragen zu stellen. Wie oft habe ich bedauert, daß es keinen Austausch, keine Diskussion, keine Ideensammlung mit allen Anwesenden gab, wie oft war ich enttäuscht, wenn hochaktuelle Entwicklungen überhaupt nicht oder nur am Rande angesprochen wurden, wie oft war ich genervt, wenn der/die Vortragende meine Erwartungen nicht erfüllte.

Was aber ist bei Barcamps anders?
– es finden zeitgleich mehrere Sessions statt, man kann also auswählen, was man sich anhört (und bei Nichtgefallen kann man die Session auch verlassen)
– jeder kann ein Thema/eine Frage als Session anbieten – eben auch als Diskussionssession
– in den meisten Sessions freuen sich die Sessiongeber, wenn die Anwesenden mitdiskutieren
– durch die Diskussionen in den Sessions und auch durch die Twitterbegleitung der Sessions finden sehr viele spannende Gespräche statt (online und offline)
– manchmal ergeben sich Sessionvorschläge auch aus Gesprächen und Diskussionen am ersten Tag (so zum Beispiel meine Session mit Heinz Wittenbrink beim Content Strategy Camp in Dieburg und meine Session mit Norbert Tuschen und Timo Stoppacher beim Barcamp Düsseldorf)
– weil die Teilnehmer das konkrete Programm erst am jeweiligen Tag gemeinsam planen, ist das Format hochaktuell, sehr flexibel und läßt viel Raum für Spontanität.

Ja, klar – nicht alle Sessionthemen sind immer für mich interessant. So manche Sessionrunde habe ich auch plaudernd verpaßt – aber manchmal sind die persönlichen Gespräche, die sich zufällig ergeben – für den Moment wichtiger. Es sind oft Gespräche, die zu neuen Ideen oder Projekten führen, die Kontakte aufbauen oder vertiefen.

Die Schwachstellen …..
Natürlich haben Barcamps auch Schwachstellen. Ole Wintermann hat schon 2012 in einem Blogbeitrag einige benannt, Torsten Maue hat in seinem Blogbeitrag weitere „Baustellen“ aufgelistet, die ich in einem gewissen Ausmaß auch so erlebe.

Verbindlichkeit und Anspruchsdenken?
Die Finanzierung von Barcamps und damit zusammenhängend die Preisgestaltung bei den Barcamptickets sind sicherlich komplexe Themen, zu denen es viele unterschiedliche Meinungen gibt. Das grundsätzliche Problem bei „gekauften“ Tickets ist ein manchmal entstehendes Anspruchsdenken der Teilnehmer – sowohl im Hinblick auf „erwarteten Service“ als auch auf „Übertragbarkeit“ oder „Erstattung“ von Tickets. So ärgerlich kurzfristige Absagen oder zahlreiche spontan Ausbleibende („No Shows) sind, so wenig führt eine Ticketgebühr automatisch zu mehr Verbindlichkeit. Der gezahlte Preis erweckt manchmal eher den Eindruck, daß man ja – wie mit einer Konzert- oder Theaterkarte – damit machen kann, was man will. Das „Gemeinsame“ des Barcamps scheint manchmal in den Hintergrund zu rücken.

Themenvielfalt?
Nach zwei Jahren Barcamps sind mir viele Themen und die dazugehörigen Akteure bereits bekannt. Auch wenn es sicher immer wieder neue Entwicklungen/neue Tools gibt, ist eine vierteljährliche Teilnahme an einem bestimmten Thema nicht so wirklich spannend. Das gilt natürlich auch für meine Themen. Für mich selbst habe ich mir daher die Aufgabe gestellt, immer wieder neue Themen zu erarbeiten. Gerade die Diskussionsthemen (siehe oben) waren insofern für mich wirklich spannend!

Begrenzt durch die Filterbubble?
Interessanterweise habe ich den Aspekt „Themenvielfalt“ auf den Barcamps in meiner Region (Köln und Düsseldorf) stärker wahrgenommen als in Dieburg. Warum? Weil ich in Köln und Düsseldorf natürlich viele Teilnehmer (und ihre Themen) schon kannte. Gerade die abweichende Zusammensetzung des Teilnehmerfelds in Dieburg hat zu neuen Gedanken, Gesprächen und Diskussionsthemen geführt. So schön es ist, bestehende Kontakte zu vertiefen (und ich möchte das nicht missen!), so wichtig ist es auch, immer wieder über den persönlichen und thematischen Tellerrand hinauszuschauen. Das ist mir in Dieburg bei dem langen abendlichen Gespräch mit Heinz Wittenbrink sehr klar geworden.

Mut zu Neuem?
Es ist nicht nur die Themenvielfalt an sich, die mich manchmal beschäftigt, es ist auch der Mut, neue Sessionformen anzubieten und auszuprobieren. In den letzten zwei Jahren habe ich schon ein besseres Gespür entwickelt, herauszuhören, was sich hinter den jeweiligen Sessionvorschlägen versteckt. Gut gemachte Vorträge höre ich mir (wenn die Themen mich interessieren) durchaus an, aber noch verlockender sind oft Diskussionssessions oder auch „Testläufe“ mit anderen Formaten. Dazu gehören natürlich zwei Seiten – die mutigen Sessionanbieter (wobei zu manchem Format oder Testlauf auch einiges an Vorbereitung gehört) und die mutigen Sessionteilnehmer. Ein Thema, an dem ich auch (auf beiden Seiten) noch arbeiten muß …..

Und danach?
Christian de Vries spricht mit seinem Blogbeitrag einen wunden Punkt an. Ich schreibe eigentlich relativ selten über die von mir besuchten Barcamps. Während des Barcamps twittere ich live und mit großer Ausdauer, nach dem Barcamp überlege ich mir zwar noch, welche Aspekte sich für einen Blogbeitrag eignen, aber meistens bleibt es bei dem Gedanken. Und zu meiner Verteidigung sage ich mir dann immer, daß es besser ist keinen Beitrag zu schreiben als einen schlechten Beitrag …….

Aber – und da treffen sich die Beiträge von Christian de Vries und von Torsten Maue mit der Frage von Insa Künkel – wie können wir Neuen das Barcampformat so schildern, daß sie auch voller Vorfreude und Neugier teilnehmen, ihre Themen und Fragen einbringen und gemeinsam mit uns immer wieder etwas Neues gestalten? Wir können natürlich Blogbeiträge schreiben, wir können aber auch über andere Wege nachdenken – auch über Wege, die uns das Schreiben von Blogbeiträgen oder Beiträgen in Netzwerken erleichtern. Ein möglicher Weg sind die sessionbegleitenden Etherpads, die bei manchen Barcamps eingerichtet und betreut werden. Gut gefallen hat mir auch das Storify von Ralf Neuhäuser, das die Session von Ulrike Zecher zusammenfaßt. Vermutlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, wie wir attraktive Berichte über Barcamps und Sessions „verfassen“ können. Der „Bericht“ ist aber nur eine Seite.

Die langfristigen Wirkungen ….
Ein Barcamp ist erst einmal ein einzelnes Ereignis. Aber die Menschen, die sich dort begegnen, miteinander diskutieren, sich über Twitter oder andere Netzwerke verbinden, begegnen sich auch an anderen „Orten“ (online und offline). Angefangene Gespräche werden weitergeführt, neue Themen und Aspekte kommen hinzu – oft entstehen Ideen für gemeinsame Aktivitäten und manchmal auch konkrete Projekte. Dieser Teil läßt sich manchmal aus den Barcampberichten herausfühlen, selten wird er jedoch konkret angesprochen. Vielleicht sollten wir auch diese Geschichten einmal erzählen – denn auch damit könnten wir Menschen begeistern!

Mein Fazit
Ja, ich bin fasziniert von Barcamps. Aber ich habe gelernt, daß ein für mich gutes Barcamp zu einem gewissen Ausmaß auch davon abhängt, was ich in das Barcamp „reinstecke“ und wie offen ich für neue Kontakte, neue Themen und neue Erfahrungen bin. Im besten Fall ist es eine gelungene Gratwanderung zwischen dem Neuen und dem Vertrauten, im schlimmsten Fall entweder fremd oder langweilig. Aber „richtig schlimm“ war es bisher noch nie!

Twitter und die Relevanz unerwünschter Inhalte ….

Seit 2009 nutze ich Twitter. Gerade in den letzten zwei bis drei Jahren habe ich mir eine spannende Timeline aufgebaut, in der ich Inhalte finde, die mich interessieren, die mich „stören“ und die mich zum Nachdenken anregen. Im Laufe der Zeit habe ich über Twitter viele gute Gespräche geführt – gerade auch da, wo ich mich mit völlig anderen Ansichten und Lebenserfahrungen auseinander gesetzt habe. Auch wenn „meine“ Zusammenstellung sicher nicht perfekt ist, so habe ich im Laufe der Zeit doch ein gewisses Gefühl für wichtige Strömungen und ein gewisses Grundvertrauen in meine Timeline und die darin angesprochenen Themen entwickelt. Dieses gute Gefühl beruht zu einem großen Teil darauf, daß ich eben nicht „jedem“ folge und durchaus Zeit und Sorgfalt in die Zusammenstellung meiner Timeline stecke.

Und jetzt?
In den letzten Wochen mehren sich die Anzeichen, daß unangenehme Neuerungen ins Haus stehen. Unangenehm deshalb, weil die von Twitter angedachten „Neuerungen“ meine Auswahl und Autonomie in Frage stellen. Auf Twitter selbst findet man mittlerweile eine „erweiterte“ Beschreibung der „Timeline“. Irritierend ist dabei für mich vor allem der dritte Absatz:

Außerdem fügen wir möglicherweise auch einen Tweet, einen Account, dem Du folgen solltest oder sonstige beliebte bzw. relevante Inhalte zu Deiner Timeline hinzu. Das bedeutet, dass Dir manchmal Tweets von Accounts angezeigt werden, denen Du nicht folgst. Wir wählen jeden Tweet anhand vieler Faktoren einschließlich der Beliebtheit und der Interaktion von Personen in Deinem Netzwerk damit aus. Unser Ziel besteht darin, Deine Timeline auf der Startseite noch bedeutungsvoller und interessant zu gestalten.

Neben einer Zunahme von gesponsorten Tweets (die in der Timeline-Beschreibung auch ausdrücklich erwähnt werden) drohen also weitere „fremde“ Inhalte. So tauchen wohl mittlerweile fremde Tweets, die von Followern ein „fav“ erhalten haben, in manchen Timelines auf. Nach ersten Berichten sind viele Twitternutzer wenig begeistert. Auch im deutschsprachigen Raum gibt es zunehmend Berichte über die möglichen Neuerungen und die Reaktionen der Nutzer.

Fremde Inhalte – na und?
Bisher sind die in den Berichten erwähnten Änderungen in meiner Timeline noch nicht aufgetaucht – und darüber bin ich auch sehr froh. Trotzdem habe ich über dieses Thema in den letzten zwei Wochen intensiv nachgedacht. Ganz klar: über die möglichen Neuerungen freue ich mich nicht. Für gesponsorte Tweets habe ich – unter dem Aspekt der Finanzierung – Verständnis. Ich würde mich zwar über andere Modelle (zum Beispiel eine bezahlte „werbefreie“ Timeline) freuen, aber in einem gewissen Sinn ist Werbung die „Kröte“, die ich für die kostenfreie Nutzung von Twitter halt „schlucken“ muß. Aber damit hört mein Verständnis auch schon auf. Ich möchte weder Tweets, die von Menschen aus meiner Timeline gefavt wurden noch „beliebte“ oder „relevante“ Inhalte von Personen erhalten, denen ich bisher nicht folge. Warum?

Twitterer nutzen die Fav-Funktion sehr unterschiedlich. Manche drücken darüber ihr Einverständnis aus, ihr Schmunzeln über lustige Sprüche oder Begegebenheiten, andere wiederum nutzen Favs, um Links oder Tweets für später zu „merken“ oder direkt (zum Beispiel in Evernote) zu speichern. Ich selbst unterscheide für mich sehr deutlich, ob beziehungsweise wie ich auf einen Tweet reagiere. Ein „Fav“ ist für mich eher eine Interaktion im Dialog – ein kleines Dankeschön, ein virtuelles Lächeln oder Winken. Diese Dialoginteraktion ist natürlich auch für andere sichtbar – für Tweetdecknutzer zum Beispiel in der Spalte „Activity“. Es ist aber ein Unterschied, ob etwas für andere „sichtbar“ ist oder ob sie es „ungewollt“ in ihrer Timeline finden. Wenn ich etwas in die Timeline meiner Follower bringen möchte, dann entscheide ich mich bewußt für einen Retweet. Diese – bewußte – Entscheidung übergeht Twitter, wenn plötzlich gefavte Tweets in der Timeline auftauchen. Und ganz ehrlich: gerade eben habe ich mir auch die Frage gestellt, ob ich unter dieser Maßgabe die Fav-Funktion überhaupt noch nutzen möchte ……

Noch ärgerlicher finde ich den Gedanken, daß völlig fremde Tweets in meiner Timeline auftauchen, weil es sich um „beliebte“ oder „relevante“ Themen handelt. Gerade die Erklärung von Twitter, daß die Auswahl von vielen Faktoren – unter anderen Beliebtheit und Interaktion von Personen in meinem Netzwerk – abhängt, bereitet mir Bauchschmerzen. Meine Timeline ist sehr bunt und enthält damit auch immer wieder Themen, die ich „freundlich ignoriere“, weil sie mich persönlich nicht berühren, aber mich bei den Menschen in meiner Timeline auch nicht stören. Spontan fallen mir Themen wie Fußball, Fernsehsendungen à la „Bachelorette“ und Twitter-Chats wie zum Beispiel der #edchatde ein. Zu den entsprechenden Zeiten sind diese Themen in meiner Timeline sehr beliebt und es finden dazu viele Interaktionen statt. Trotzdem sind diese Themen für mich nicht relevant. Ein „mehr“ an Tweets zu diesen Themen ist daher eher abschreckend als „bedeutungsvoll und interessant“.

Angst vor fremden Inhalten?
Schon im August hat Daniel Fiene in einem Blogpost gefragt, ob wir Angst vor fremdem Wissen haben. Grundsätzlich eine gute Frage – aber gleichzeitig auch eine Frage, die den Kern des Problems für mich nicht trifft. Es ist kein „Angebot“ von Twitter, mir zusätzlich – wenn ich denn will – interessante Inhalte vorzuschlagen. Damit hätte ich kein Problem und vermutlich würde ich (aus Neugier) eine solche zusätzliche Spalte sogar bei Tweetdeck einrichten. Es ist nicht die Angst vor den Inhalten oder dem damit verbundenen Wissen – denn auch Retweets dieser Inhalte könnten ja jederzeit in meine Timeline kommen – sondern das Nichtachten meiner Auswahl. Es mag durchaus sein, daß mir gelegentlich spannende Themen und Inhalte entgehen und daß es Menschen gibt, denen ich unbedingt auch noch folgen sollte. Meine bisherige Erfahrung mit Twitter ist, daß mich wichtige Themen „irgendwie“ erreichen. Für mich reicht das – vor allem, da ich Twitter mehr zum Gespräch als zur reinen Information nutze. Insofern stört es mich, wenn Twitter (oder ein anderer Dienst) mir nicht nur Vorschläge macht, sondern tatsächlich über die Werbung hinaus in „meine“ Timeline eingreift. Letztendlich hat @PickiHH recht, wenn sie schreibt „Es ist halt eben nicht DEINE Timeline, sondern Twitters Timeline“.

Gerade eben habe ich noch ein „Beispiel“ entdeckt, wie gravierend die Auswirkungen sein können. Das konkrete Beispiel macht mich gerade nachdenklich und ratlos. Jeder „unerwünschte“ Tweet ist eigentlich schon ein Tweet zuviel – aber gar 40%?

Unerwünschte Inhalte sind ….
…. halt unerwünscht. Es ist der Gedanke der „Zwangsbeglückung“, die Idee des „wir wissen besser als Du selbst, was Du lesen möchtest“, der mich stört. Genauso genervt bin ich, wenn Anrufer mir Wein und Teppiche anbieten. Die üblichen „cold calls“ eben. Ähnlich genervt wäre ich, wenn ich mir im Fernsehen eine Dokumentation anschauen möchte und mir plötzlich stattdessen – mit der Begründung „Dein Netzwerk schaut das“ – eine völlig andere Sendung eingeblendet werden würde. Der unerwünschte Inhalt ist ein Störfaktor und gerade bei Twitter empfinde ich den Störfaktor stärker, weil es „bisher“ anders war (in meiner Timeline noch anders ist).

Die Folge?
Noch habe ich die Hoffnung, daß sich Twitter eines Besseren besinnt (und die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt). Insofern denke ich weder an Weggang noch an Streik. Natürlich werde ich die Entwicklung und meine Timeline jetzt kritischer beobachten. Enttäuscht bin ich trotzdem, denn ich habe den Eindruck, daß Twitter selbst den eigenen Vorteil gegenüber anderen Plattformen überhaupt nicht verstanden hat. Schade! Aber vielleicht ist Twitter ja lernfähig, denn unerwünschte und damit „kalte“ Tweets sind eben nicht für alle Nutzer bedeutungsvoll und interessant.

Das „Wie“ bestimmt den Nutzen …..

„Was ist der Nutzen von Barcamps“ fragt Rouven Kasten im Rahmen der Blogparade des Callcenter-Barcamps. Eine spannende Frage, die für mich aber ganz deutlich davon abhängt, wie ich als „Besucherin“ ein Barcamp nutze. Im folgenden möchte ich mir ein paar Gedanken über „Barcamp-Nutzungsarten“ und die daraus folgenden „Ergebnisse“ machen.

Grundsätzlich ermöglichen Barcamps – gerade auch im Gegensatz zu klassischen Konferenzen – eine sehr aktive Teilnahme. Doch auch eher zurückhaltende oder passive „Nutzungsarten“ sind möglich.

Zuhören und lernen
Was bei klassischen Konferenzen, Workshops und Vorträgen möglich ist, paßt natürlich auch bei Barcamps: man kann zuhören und dabei lernen. Es mag ungewohnt sein, daß man vorher nicht weiß, wer über welche Themen sprechen wird. Aber wenn ich zurückdenke, wie oft sich ein verheißungsvoll klingender Vortragstitel als inhaltlich enttäuschend herausgestellt hat, dann nehme ich diese „Unsicherheit“ gerne in Kauf. Bisher habe ich auf jedem Barcamp eine große Vielfalt unterschiedlicher Themen und Fragestellungen erlebt. So manche „unspektakulär“ klingende Session hat sich im Nachhinein als Lernjuwel herausgestellt. Ein Beispiel: die Session von Roland Judas beim Barcamp Köln zum Thema „Uberfication“. Was zunächst nur nach einem Taxi-/Mietwagenthema klang, entpuppte sich für mich beim weiteren Nachdenken als eine Diskussion über grundlegende Fragen zum Internet und zu digitalen Geschäftsmodellen.

Erfahrungen und Wissen teilen
Beim Thema „Uberfication“ habe ich tatsächlich nur zugehört, getwittert und nachgedacht. Bei vielen Themen kann ich jedoch meine Erfahrungen und mein Wissen einbringen. Gerade Sessions in denen Fragen diskutiert werden, bieten viele Möglichkeiten, über eigene gute oder schlechte Erfahrungen zu berichten, selber Fragen zu stellen, Buchtipps oder Links zu guten Internetquellen zu teilen. Meine Erfahrung: gerade wenn ich mich in den Sessions geäußert habe, haben sich für mich gute Gespräche ergeben. Selbst ein einfacher Buchtipp kann ein guter Gesprächsanlaß sein.

Vernetzen
Zugegeben: die „körperliche Anwesenheit“ auf einem Barcamp führt nicht automatisch zu guter Vernetzung – genausowenig wie die Teilnahme an Konferenzen. Vielmehr erfordert Vernetzung das aktive Tätigwerden. Am frühen Morgen fällt mir das manchmal durchaus schwer ….
Ein wichtiger Baustein meiner Barcampteilnahme ist die digitale Vernetzung. In der Regel twittere ich live aus den Sessions. Wahrscheinlich hat der ein oder andere Follower darüber auch schon mal leicht genervt geseufzt, aber interessanterweise ergeben sich durch das Twittern immer wieder spannende inhaltliche Diskussionen in der Timeline. Manchmal kann ich sogar Fragen und Informationen aus meiner Timeline in die Session zurückgeben. Für mich ist Twitter und die damit verbundene digitale Vernetzung daher ein wichtiger „Erfolgsfaktor“.
Aber auch die „reale“ (oder „analoge“) Vernetzung vor Ort darf nicht zu kurz kommen. Sessionthemen, gemeinsam besuchte Sessions oder auch die Frage nach schon besuchten Sessions oder auch Barcamps bieten gute Gesprächsanlässe. Klar ist aber auch, je aktiver man sich eingebracht hat, desto einfacher ist der Gesprächseinstieg!
Und nicht vergessen: mit interessanten Gesprächspartnern kann man sich auch „online“ vernetzen!

Fragen stellen!
Kein Mensch ist als Experte auf die Welt gekommen. Wir alle haben irgendwann mit einem Thema angefangen und uns – auch durch Fragen – unser Wissen und unsere Erfahrungen erarbeitet. Bei einem Barcamp sind Fragen mehr als willkommen. In der Regel (Ausnahmen bestätigen natürlich auch diese Regel) steht bei den Sessions das Interesse am Thema und nicht das Selbstmarketing im Vordergrund. Barcamps sind insofern ein guter Ort, um Experten einfach mal das zu fragen, was man schon immer mal fragen wollte – in einem Gespräch, in der entsprechenden Session oder gar als eigene „Fragesession“.

Eigene Session anbieten
Den größten „Nutzen“ hatte ich bisher immer dann, wenn ich selber eine Session angeboten habe. Dabei kann man an das Thema „eigene Session“ durchaus sehr unterschiedlich herangehen:
– man kann eine Frage stellen und (Experten-)Antworten sammeln
– man kann zu einem Thema eine Diskussionsrunde vorschlagen (zum Beispiel gab es beim Barcamp Köln Diskussionssession zu „Big Data“ und zur „Zukunft von Foren“)
– man kann etwas (zum Beispiel eine Methode) ausprobieren (ich habe bei meinem allerersten Barcamp – dem Barcamp Düren – ganz spontan eine Session mit der Pre-Mortem-Methode angeboten. Für mich war es eine spannende Herausforderung, der Lerneffekt war enorm.)
– man kann „sein Thema“ als Session anbieten.

Das Schöne: Barcampbesucher sind zwar durchaus kritisch, sie erwarten aber gerade keine „perfekte“ Präsentation. Schließlich sind wir ja auf einem Barcamp und nicht auf einer Konferenz!

Mein Fazit
Der Nutzen einer Barcampteilnahme hängt nach meiner Meinung klar vom Grad der eigenen Aktivität ab. Je mehr ich mich selbst sichtbar und hörbar einbringe, desto größer ist in der Regel mein „Nutzen“ – desto mehr lerne ich, desto interessanter sind meine Gespräche und desto besser ist meine Vernetzung.