Die Sache mit den Begrüßungs-DMs …..

Folgen bzw. Zurückfolgen bei Twitter macht sich oft unmittelbar im virtuellen Postfach bemerkbar – mit dem Erhalt einer DM. Ich habe am Anfang meiner Twitterzeit auch mal überlegt, ob ich Menschen, die mir folgen (sozusagen aus Freude und Dankbarkeit) eine Nachricht schicken sollte – aber ich habe mich dagegen entschieden. Und heute bin ich darüber heilfroh!

Die Begrüßungs-DMs ähneln sich alle ja sehr. Einleitung: Danke, daß Sie uns folgen (Gedanke: ja, gerne!). Nächster Satz (meistens): Besuchen Sie uns auf Facebook (Gedanke: niemals, da will ich gar nicht hin!) – alternativ: Besuchen Sie uns auf unserer Website XXX (Gedanke – alternativ: da war ich schon, ich schaue mir Profile an, bevor ich folge – oder – das interessiert mich gerade gar nicht, außerdem steht das ja auch im Profil, oder?). Noch schlimmer folgende Variante: Brauchen Sie Beratung in Sachen XXX? (Gedanke: nein, ich wollte Ihnen eigentlich nur folgen, aber irgendwie wird das gerade peinlich …..). Oder direkt der Hinweis: Hier meine Tipps (Gedanke: mmmhhh…., nö ……., danke ………). Auch die Frage: Wie kann ich Ihnen helfen? – hilft mir nicht wirklich (Gedanke: oh Hilfe, ich will denen doch nur folgen, sonst nichts …..), auch wenn die Frage sicherlich gut gemeint ist. Ich habe also eine ganze „Sammlung“ von mich nicht wirklich begeisternden Begrüßungsnachrichten.

Heißt das, daß ich Begrüßungsnachrichten grundsätzlich ablehne? Nein, natürlich nicht. Aber ich möchte nicht „irgendeine“ Nachricht, sondern etwas, was für mich wirklich wichtig ist. Der Hinweis auf die Website/Facebook oder auf die angebotenen Leistungen ist für mich – wenn ich nicht selber ausdrücklich danach frage – gerade nicht wichtig. Schließlich schaue ich mir das Profil an, bevor ich jemandem folge oder zurückfolge. Aber über eine charmante oder witzige Nachricht freue ich mich natürlich!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen „gute“ Nachrichten!

 

Die Frage der Anrede …….

Immer wieder kommt sie bei mir auf – die irritierende Frage nach der (richtigen) Anrede. Du oder Sie? Manche Menschen kennt man schon lange bzw. von „früher“, da ist das einfach (Du).. Manche Menschen kennt man „nur“ aus dem geschäftlichen Umfeld, da ist das auch einfach (Sie). Was ist aber mit den Menschen, denen man „flüchtig“ bzw. „virtuell“ in irgendwelchen Netzwerken begegnet bzw. begegnet ist? Welche Anrede ist da richtig und passend?

Ich finde diese Frage immer wieder schwierig! Manchmal gibt es natürlich „Zwischenlösungen“ – ich kann sprachlich die direkte Ansprache vermeiden, ich kann in Postings für bestimmte Zielgruppen beides nutzen, aber manchmal …….. da wünsche ich mir mehr „Sicherheit“ und „Klarheit“.

Die Welt meiner Eltern habe ich in dem Punkt als viel klarer wahrgenommen. Man siezte alle Menschen, die man neu traf – mit Ausnahme von Kindern. Kinder, die man aufwachsen sah, wurden ab einem bestimmten Alter auch gesiezt (wenn sie nicht ausdrücklich auf dem „Du“ bestanden). Ich fand das „damals“ ziemlich streng und kompliziert, heute denke ich manchmal, daß ich über ein so einfaches „Gerüst“ froh wäre, daß mir die Entscheidung abnimmt. Wie oft ist es mir in den letzten Jahren passiert, daß mir Netzwerkkontakte auch nach langen persönlichen Telefongesprächen (mit der Anrede „Du“) Nachrichten schicken, in denen ich plötzlich gesiezt werde. Zufall? Botschaft? Ich weiß es nicht und bin dann manchmal doch etwas verunsichert …..

Manchmal ist es auch schwierig nachzuvollziehen, woher man jemanden kennt. Barcamp (dann Du) oder Konferenz (dann wohl eher Sie)? Twittwoch (Du) oder Kontakt bei Xing (meist eher Sie)?

Einerseits keine wirklich weltbewegende Frage, andererseits eine Frage mit deutlichen Auswirkungen, wenn eine falsch gewählte Anrede ein Gespräch erstickt oder frühzeitig scheitern läßt. Ich habe noch keinen „Königsweg“ gefunden – wenn es ihn gibt, dann freue ich mich über „dezente“ Hinweise!

In diesem Sinne wünsche ich gute Gespräche mit der „richtigen“ Anrede!

Follow me – nein, danke?

Das Folgen oder Nichtfolgen bei Twitter ist schon ein sehr spannendes Thema. Während mich die Ankündigung „ich folge zurück“ nicht unbedingt begeistert (dazu hier), reicht sie alleine auch noch nicht aus mich abzuschrecken …..

Ich gebe zu, daß ich nicht wirklich verfolge, wie sich meine Followerzahlen entwickeln. Ich wüßte jetzt auch nicht, wieviele Follower ich habe und wieviele ich ggfs. in den letzten Tagen oder Wochen gewonnen oder verloren habe. Für meine Entscheidung, ob ich jemandem folge oder nicht, ist es auch nicht wichtig, ob der- oder diejenige mir folgt.

Was ist mir also wichtig? Ich folge Menschen, die nach meinem Gefühl „etwas zu sagen haben“. Dabei geht es nicht unbedingt um megawichtige oder bahnbrechende Themen – das „wie“ ist mir oft wichtiger als das „was“. Natürlich gibt es bestimmte Themen, die mich stärker anziehen (wobei ich glücklicherweise mit thematisch getrennten Accounts arbeite) – rechtliche und wirtschaftliche Themen finde ich spannend, Elearning, gesellschaftliche Entwicklungen rund um das Thema Internet (wobei ich nur sehr wenigen Politikern/politisch engagierten Menschen folge), kulturelle Themen und noch einiges mehr. Ich denke, daß ich durchaus relativ offen und neugierig bin (aber wahrscheinlich denken wir das alle von uns…..). Wesentlich ist – wie schon gesagt – das „wie“: ich freue mich über Dialoge, Nachfragen, Antworten, intensiven Austausch über Twitter und habe (gerade in den letzten Monaten) immer wieder festgestellt, daß dies sehr gut möglich ist. Während ich am Anfang meiner Twitterzeit vor allem darauf geachtet habe, welche Informationen jemand postet, so achte ich jetzt vermehrt darauf ob bzw. worüber/in welchem Ausmaß Gespräche mit anderen Twitterern stattfinden. Dadurch mache ich oft spannende Entdeckungen – sowohl positiv als auch negativ.

Fangen wir bei den negativen Entdeckungen an (nein, keine Sorge – ich werde jetzt keine Namen oder Accounts nennen): mit zunehmendem Austausch finde ich es immer enttäuschender, wenn Menschen Twitter „nur“ als Werbeplattform nutzen. Postings im Sinne von „Kaufen Sie unser Produkt …“ oder „Buchen Sie uns …“ reizen mich gar nicht – weder zum Folgen noch zum Besuch der angepriesenen Websites.

Doch glücklicherweise gibt es auch viele positive Entdeckungen: immer wieder finde ich Menschen, mit denen ich tolle Twittergespräche führe und das ist für mich der wahre Charme von Twitter. Dadurch daß ich Gespräche „belauschen“ kann (danke an dieses Wort, daß am Freitag aus meiner Timeline kam), bekomme ich viele spannende Fragen und Gedanken mit und ich kann mich – wenn ich denn möchte – sogar an den Gesprächen beteiligen. Zugegeben ein „Twittergespräch“ in xmal 140 Zeichen kann – vor allem bei mehreren Gesprächsteilnehmern – schon komplex und zeitaufwändig sein, aber missen möchte ich diese Gespräche nicht. Da sind Menschen dabei, denen ich gerne folge – auch wenn nicht alle Tweets „meine“ Themen betreffen – und die ich in meiner Timeline nicht missen möchte.

Und die nicht so positiven Entdeckungen? Naja, ganz ehrlich – ich folge dann, wenn es für mich nicht paßt, einfach nicht zurück. Ich muß ja nicht jedem Menschen folgen. Ich bin eigentlich ganz froh, daß ich nicht „ablehnen“ muß – es stört mich (in der Regel) nicht, wenn mir Menschen folgen, denen ich nicht folge – ich tue das ja auch bei ganz vielen Menschen. Und wer weiß, was sich im Rahmen eines Austausches (meine @mentions schaue ich mir immer an) so ergibt ….

In diesem Sinne: fröhliches Folgen!

 

 

#ff ja oder nein?

Zugegeben: meistens verpasse ich den #ff ohnehin.Irgendwie kommt der Freitag für mich immer sehr überraschend und meistens denke ich erst irgendwann am frühen Samstagmorgen daran, daß ich ja eigentlich am Follow Friday #ff bei Twitter mitmachen wollte. Manchmal habe ich den #ff dann einfach „nachgeholt“, manchmal habe ich auch nur gedacht „schade, vielleicht nächsten Freitag“.

In der letzten Zeit kam in meiner Timeline aber öfter die Frage auf, ob bzw. wie der #ff überhaupt Sinn macht und ob er überhaupt irgendeine Wirkung hat.

Ich könnte mich jetzt also bequem zurücklehnen, verdrängen, daß heute (schon wieder) Freitag ist und den #ff einfach „vergessen. Aber irgendwie möchte ich das nicht. Warum?

Ganz ehrlich: ich freue mich selbst immer wieder, wenn ich (oft ganz überraschend) einen #ff erhalte, oft sogar mit netter Begründung. Ja, und wenn ich mich darüber freue, dann – so meine messerscharfe Vermutung – freuen sich auch andere Menschen, einen netten #ff zu erhalten. Ich empfinde den #ff als nettes Lob und/oder sichtbares Dankeschön für den konkreten Austausch mit bestimmten Followern in der jeweiligen Woche (und habe das so auch getwittert).

Ob der #ff eine Wirkung hat? Ja und nein. Ich denke, er hat die Wirkung, daß die Menschen, die ich erwähne, sich darüber freuen und sich noch mal an unser Gespräch/unseren Dialog auf Twitter erinnern. Ob die erwähnten Menschen dadurch neue Follower bekommen weiß ich nicht und – ganz ehrlich – das ist mir auch egal. Ich lasse, wenn ich den #ff mache, die Twitterwoche gedanklich Revue passieren, erinnere mich an gute und spannende Gespräche und versuche, dies in meinen #ff zu verpacken. Natürlich mag ich nicht nur die Twitterer, die ich konkret in meinem #ff erwähne – aber ich nehme Tweets und Twitterer jeden Tag ganz unterschiedlich wahr. Viele „objektiv“ wichtige Themen sind mir an einem bestimmten Tag nicht wichtig, auch wenn ich sie in meiner Timeline nicht missen möchte. Und so treffe ich – wenn ich denn daran denke – am Freitag meine kleine Auswahl und freue mich, sie mit Euch/Ihnen zu teilen!

Schönen Freitag noch!

 

 

 

 

 

 

Twitter: „Ich folge zurück“ …..?

In der letzten Zeit sind mir relativ häufig Twitter-Profile mit dem Hinweis begegnet „ich folge zurück“. Ja ……, also …….. Ich bin da immer etwas ratlos. Ja, ich weiß das Twitter auf dem Prinzip des Folgens basiert. Und natürlich ist es irgendwie schön zu sehen, daß mir bisher unbekannte Menschen folgen. Aber: ich möchte, daß mir die Menschen folgen, weil sie etwas mit meinen Tweets/meinen Themen anfangen können bzw. weil sie mit mir ein Gespräch führen möchten und nicht, weil ich ihnen folge. Ja, das kann man anders sehen und das ist auch völlig ok. Aber: für mich ist Qualität viel wichtiger als Quantität. Einige „wenige“ Follower mit denen ich tatsächlich ins Gespräch komme, für deren Themen ich mich interessiere und die mir antworten, wenn ich sie über Twitter „anspreche“ sind mir lieber als große Followerzahlen und wenig „Interaktion“. Und so wirkt dieses „ich folge zurück“ manchmal schon eher bedrohlich als freundlich und läßt mich beim Blick auf das Profil und die Tweets sehr kritisch sein. Denn: folgt der- bzw. diejenige mir jetzt aus echten Interesse oder nur „weil man das so macht“?

Und Ihr? Wie seht Ihr das? Folgt Ihr „immer“ zurück oder trefft Ihr eine bewußte Auswahl?

#twruhr am 15.08.2012

Schon der zweite Twittwoch Ruhr in diesem Jahr – und ich war dabei. Diesmal fand der Twittwoch im Rahmen bzw. in enger Zusammenarbeit mit dem Ideenpark statt und zwar im „Atlantic Congress Hotel“. Ich mußte mich schon sehr beeilen, um rechtzeitig anzukommen (Start um 18 Uhr ist schon ziemlich früh ….) – aber der Weg hat sich gelohnt. Und das nicht nur, weil – wie immer – beim #twruhr nette Menschen dabei sind ….

Beim ersten Vortrag ging es um Serious Games – ein wie ich finde sehr spannendes Thema. Durch Versuch und Irrtum können wir im Rahmen von Spielen eigene Erfahrungen sammeln, hinzu kommen Ehrgeiz und das Streben nach Anerkennung. Vereinfacht gesagt: spielen ist lernen!

Beim zweiten Vortrag sollten wir erfahren, wie man mit Songs2See spielend musiziert. Wesentlich war für mich dabei die Definition (die mir so gar nicht bewußt war), daß Musik die Überlagerung von akustischen Signalen mit gegenseitiger Abhängigkeit ist. Eine sehr interessante Betrachtung von Musik! Leider konnten wir kein Beispiel hören (vielleicht weil es „Songs2See“ heißt?).

Danach wurde uns PixelSens vorgestellt. Auch in diesem Vortrag ging es um die Möglichkeit neuer Lernerfahrungen – mitgenommen habe ich vor allem den schönen Satz „fühlen, schmecken und riechen als Lernerfahrung – damit wir uns gut erinnern“. Schon spannend, was man technisch „heute“ alles so machen kann ….

Last but not least wurde uns das – immer noch bestehende – soziale Netzwerk werkenntwen.de vorgestellt. Vor langer Zeit hatte ich mal von dem Netzwerk, mich dort aber nie registriert. Auch die Vorstellung hat bei mir (obwohl die Präsentation sehr gut war) nicht den dringenden Wunsch ausgelöst, dort ein Profil anzulegen. Ich denke aber auch, daß ich nicht die Zielgruppe für dieses Netzwerk bin. Mitgenommen habe ich aber, daß sich das Netzwerk sehr intensiv mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzt und durchaus für viele (eher private) Nutzer sehr attraktiv ist (z.B. digitales Vereinsheim, Tierprofile). Gerade ältere Nutzer sind dort wohl aktiv – schön, daß diese Gruppe dort ein „digitales Zuhause“ gefunden hat.

Garniert wurde mein Twittwoch durch nette Twitterdialoge während der Vorträge und gute Gespräche vor und nach den Vorträgen. Ich mußte zwar relativ früh wieder gehen, aber es war schön, dabei gewesen zu sein!

 

 

 

Sonntag 12.08.2012 #scicamp

 Das #scicamp liegt nun schon ein paar Tage zurück und ich möchte meine Eindrücke vom Sonntag noch „nachtragen“.

Begonnen haben wir mit einer Diskussionsrunde zum Thema „Begeisterung für wissenschaftliche Themen rüberbringen“. @henningkrause hatte diese Frage am Vortag zum Abschluß seiner Session gestellt. Ich fand es gut, daß die Frage aufgegriffen wurde – das Format „Diskussion“ paßte meines Erachtens aber nicht wirklich zur Frage, vor allem nicht zum Begriff „Begeisterung“. Die Beiträge drehten sich vielmehr um „zielgerichtete und strategische Vorgehensweise“, „Hype“ und darum, wie man Menschen zu einer Handlung (Interaktion, Voting etc.) bringen kann. Auf die Frage nach möglichen Web2.0-Aktion wurde – als ein Beispiel – der Science Photo Walk genannt.Sehr ansprechend fand ich die Frage „wie kann man das Heureka-Erlebnis in Geschichten packen?“ – wobei nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Verlauf/der Weg erzählt werden sollte. Gerade die Tatsache, daß Forscher – immer wieder – scheitern und neu anfangen, bis sie einen Weg finden, bietet Potential für Geschichten und damit für die Kommunikation nach außen“. Tweetups wurden als gute Möglichkeit der Kommunikation mit der „Allgemeinheit“ gelobt – allerdings ist es dafür notwendig, eine Community bzw. eine „kritische Masse“ aufgebaut zu haben. Besucher sprechen gerne über die entsprechenden Veranstaltungen.

Interessant war dann die Diskussion über Twitter bzw. die Twitternutzung. Durch Antworten/Dialog auf Twitter kann man schnell eine Reputation aufbauen. Man sollte jedoch nicht vergessen, daß es – auch bei Twitter – passive Zuhörer gibt. Denn: auch am Lagerfeuer hat nicht jeder gesprochen. Viele Menschen sind gerne in der (passiven) Zuhörerrolle, schwierig ist aber, daß man gar nicht weiß, wer zuhört (bzw. ob jemand zuhört). Es ist jedenfalls oftmals schwierig, die Menschen zu einer aktiven Handlung („like“, Kommentar etc.) zu bewegen.Schwierig ist aber oft auch die Frage der Themenauswahl und Orientierung. Hier sind „Mittler“ immer noch hilfreich. RTs (bei Twitter) können im Hinblick auf die Fülle der Themen/Tweets ein Relevanzkriterium darstellen. Man sollte aber beachten, daß man mit Twitter bisher nicht die „Allgemeinheit“ erreichen kann.

Die Frage, wie man Wissenschaft/wissenschaftliche Themen mit Begeisterung „rüberbringen“ kann, blieb (für mich) unbeantwortet.

Als zweite Session haben @nufanFilm eine Session über YouTube gemacht. Nach einem kurzen Blick auf den YouTube-Kanal von Y-Titti haben wir gelernt, was man machen kann, um bei YouTube erfolgreich zu sein. Wichtigster Aspekt: Authentizität! Genauso wichtig: Geschichten erzählen – wenn möglich sogar im dreistufigen Aufbau – Anfang, Wendepunkt, Ende. Eine Abmoderation mit dem Hinweis auf Links, der Bitte um Kommentierung und Abonnierung des YouTube-Kanals gehört üblicherweise dazu. Aus den Kommentaren kann man dann tatsächlich Ideen für neue Beiträge generieren. Wichtig: das Publikum ist bei YouTube schon da, man muß aber tatsächlich eine eigene Community aufbauen. Dafür ist es wichtig, daß man sich in der Community bewegt und Kommentare wahrnimmt, wobei das Thema „Kommentarkultur“ durchaus schwierig sein kann. Beispiele:

Earthbook: http://www.youtube.com/watch?v=YNSNulqBqhE     

University of Nottingham: http://periodicvideos.co.uk/     

Kreidezeit:     https://www.youtube.com/watch?v=S7Z3bleYtBU

Nach der Mittagspause hatten wir eine spontan angebotene Session zu Blogs. @erklaerfix hat uns zunächst zwei – sehr unterschiedliche – Blogportale vorgestellt – Scienceblogs und Scilogs. Beide Portale haben auch unterschiedliche Zielgruppen. Daraus entspann sich eine Diskussion zum Thema Dual Blog (siehe z.B. hier) – die Meinungen dazu waren sehr unterschiedlich. Spannend ist, ob bzw. wie die jeweiligen Texte bei der Zielgruppe „ankommen“. 

Nach einem kurzen World-Café zum #scicamp haben wir dann noch in einer Abschlußrunde über die Veranstaltung an sich gesprochen. Gelobt wurde das flexible Format und die gute Atmosphäre in der relativ kleinen Runde. Es wurde aber auch darüber diskutiert, ob und wie eine Folgeveranstaltung stattfinden kann. Ist das Barcamp dafür das richtige Format? Wer sollte kommen? Wo sollte die Veranstaltung stattfinden? Sollte man die Veranstaltung thematisch eingrenzen oder möglichst offen halten? War das #scicamp tatsächlich ein Barcamp oder nicht?

Meine Ansicht: mir hat es gut gefallen, aber bei manchen Punkten bin ich schon etwas zwiespältig. Zu manchen Themen hätte ich mir andere „Formate“ gewünscht, um neue Ideen zu sammeln und in die Zukunft zu schauen, die Diskussionen waren zwar interessant, haben aber meines Erachtens nicht zu neuen Perspektiven geführt. Auch bin ich mir – im nachhinein – über meine „Rolle“ nicht ganz sicher. Einerseits bin ich Teil der „Allgemeinheit“, die für manche Themen begeistert werden soll (oder vielleicht doch nicht, denn die Frage der „Zielgruppe“ tauchte immer wieder auf), andererseits bin ich Teil der (etwas kleineren) Social-Media affinen Gruppe (Menschen, die twittern, wurden schnell als „Nerds“ bezeichnet – bin ich definitiv nicht). In „beiden“ Rollen habe ich eher zugehört und wurde eher wenig gefragt. So habe ich viel über die aktuellen Herausforderungen in der Wissenschaft/Hochschule mitbekommen – ich bin mir aber nicht sicher, ob meine Erfahrungen für die anderen Teilnehmer wirklich „wichtig“ oder „relevant“ waren.                                                     

Samstag 11.08.2012 #scicamp

Heute war ich beim #scicamp in Essen. Ich muß zugeben, daß ich lange „gekämpft“ habe, ob ich überhaupt hingehen soll. Titel und Thema klangen für mich sehr wissenschaftlich. Ich habe zwar (in grauer Vorzeit) ein wissenschaftliches Studium absolviert, aber heute sehe ich mich doch mehr in der Praxis – auch wenn ich immer wieder gerne an schwierigen (theoretischen) Fragen herumtüftele.

Ich habe mir also lange die Frage gestellt, ob ich beim #scicamp „richtig“ bin, aber letztendlich kann man das ja nur wissen, wenn man da war. Ganz mutig habe ich mich also angemeldet und war heute da.

Vorweg: es ist eine ziemlich kleine aber sehr nette Gruppe, die sich bei diesem themenspezifischen Barcamp trifft. Die relativ geringe Teilnehmerzahl führt einerseits dazu, daß man schnell miteinander ins Gespräch kommt, andererseits hätten Thema und Anlaß sicherlich mehr Besucher verdient. Aber wie heißt es so schön: die, die da sind, sind richtig!

Gut gefallen hat mir der Start! Wir haben (nach der offiziellen Begrüßung) uns mit drei Hashtags vorgestellt und die Hashtags auf Moderationskarten geschrieben, die wir an eine Hashtagwall geheftet haben. Aus diesen Kärtchen haben die Organisatoren dann Hashtag-Cluster erstellt. Wir haben dann mit Punkten die Hashtags/Begriffe/Themen markiert, die uns besonders ansprechen.

Diese Vorgehensweise hätte man meines Erachtens sogar noch vertiefen und weiterführen können: eine (kurze) Worldcafé-Runde zu den wichtigsten Hashtags hätte eine spannende Einführung in das Thema und eine gute Vorbereitung für mögliche Sessions ergeben. So war die Hashtagwall zwar eine tolle Sache, aber mit „wenig“ Anbindung an den Inhalt der Veranstaltung/die Sessionplanung.

In der ersten Session von @henningkrause ging es um das Thema Wissenschaftskommunikation 2.0. Wir haben gemeinsam in einem Pad unsere Ideen ergänzt (und zwar hier: http://pad.sciencesocial.de/). Die Idee, während einer Session gemeinsam an einem Pad zu arbeiten, fand ich toll. Das Thema selbst war für mich interessant, aber manchmal auch eher gedanklich fernliegend, da ich selbst nie an einer Hochschule gearbeitet habe und daher manche der Fragestellungen nicht kenne. Spannend fand ich am Ende die Frage, wie man die Begeisterung für das Fach/die Wissenschaft/die Hochschule „rüberbringen“ kann – das wäre für mich tatsächlich Thema für eine weitere Session, wo gerade die Mischung zwischen Externen und Insidern neue Einblicke bringen könnte. Mal sehen, ob dieser Vorschlag morgen aufgegriffen wird.

In der zweiten Session hat @JudithBK sehr spontan das Thema „Twitterkonflikte“ dargestellt. Ich habe gelegentlich schon bei Twitter die Frage gelesen, ob man z.B. aus einer bestimmten Veranstaltung twittern darf/soll, bisher hatte ich das Thema für mich nie vertieft. Judith stellt mit guten Beispielen die sehr unterschiedlichen Sichtweisen auf dieses Thema dar. Öffentlichkeit und Transparenz können einerseits als Chance gesehen werden, andererseits als Risiko. Je nach Perspektive stellt Twittern dann eine Störung dar (Ablenkung von der Hauptaktivität, Informationen nach außen tragen, die nicht dorthin gehören) oder eine sinnvolle Ergänzung. Wichtig sind dabei sicherlich folgende Aspekte: (1) Was ist das Ziel der Veranstaltung (und kann es ggfs. verändert werden)? (2) Was ist die Hauptaktivität (und kann sie ggfs. ergänzt werden)? (3) Kann man das Twittern sichtbar machen (z.B. durch eine Twitterwall)? Die Diskussion in kleiner Runde fand ich sehr anregend!

Nach der Kaffeepause (mit sehr gutem Kuchen!) habe ich dann die Session zum Thema Wissensmanagement von @jordanize besucht. Es stellte sich schnell heraus, daß Wissensmanagement ein sehr weites Feld ist. Schon die Frage, ob bzw. welche Tools relevant sind, führte zu einer Diskussion über die notwendige Kultur und über die zugrundeliegende Definition von Wissensmanagement und Wissenstransfer. Einerseits haben wir als Wissensarbeiter (so ein Teilnehmer) unsere „Produktionsmittel“ bei uns, niemand kann uns zwingen, unser Wissen preiszugeben, andererseits kann ein „Geheimhalten“ natürlich zu einem „Machtverhältnis“ führen und auch Chancen auf interessante Projekte torpedieren. Grundsätzlich scheint es so, daß Wissen in vielen Bereichen nicht gerne geteilt wird. Die gesamte Diskussion war aber so komplex, daß ich sie hier kaum zusammenfassen kann – ich habe aber viele gedankliche Anregungen mitgenommen.

Fazit des ersten Tages: mir hat es gut gefallen und ich habe auch thematisch einige spannende Anregungen mitgenommen. Ich freue mich auf morgen und bin gespannt, was wir da noch machen werden!

 

 

Was sich seit Mai so getan hat ……

Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben …..und so könnte ich mein „Tagebuch“ schon beinahe in ein „Jahrbuch“ umbenennen …. Aber – auch ohne Bericht – habe ich in der Zwischenzeit viele interessante Veranstaltungen besucht, über die ich nach und nach sicherlich berichten werden. Unter dem Aspekt Social Media waren vor allem folgende Veranstaltungen interessant:

– der Twittwoch Ruhr in Essen im Mai 2012 #twruhr

– das GirlGeekDinner in Köln im Mai 2012 #ggdkoeln

– der Twittwoch Köln im Juni 2012 #twk

– der Twittwoch NRW im Juni 2012 #twnrw

– das Barcamp Karlsruhe im Juli 2012 #bcka

– die Veranstaltung in Düsseldorf zum Thema: Social Media – ist der Hype vorbei #ttcrt

– das Twittagessen in Köln

und gerade heute das #scicamp in Essen.

Es gibt also viel zu berichten und in vielen Gesprächen habe ich auch viele neue Einsichten in das Thema „Social Media“ gewonnen.

#rp12 am 04.05.2012

Ich bin zwar schon seit Freitagabend wieder „zuhause“, aber trotzdem möchte ich meinen Besuch bei der #rp12 nicht ohne Schilderung des dritten Tages ausklingen lassen.

Am – relativ frühen – Morgen (nämlich um 9.30 Uhr) wollte ich mit @winchenbach einen Kaffee trinken, um ihn endlich mal persönlich kennenzulernen. Wie der Zufall es wollte trafen wir uns schon in der U-Bahn – Berlin kann wirklich ein Dorf sein! So habe ich die Zeit bis zum Anfang der Sessions (ok, etwas länger) mit netten Gesprächen verbracht und noch einige Menschen kennengelernt.

Meine erste Session am Freitag drehte sich um das Thema „Open-Content-Lizenzen“ – ein spannendes Thema, das von den beiden Referenten auch sehr gut dargestellt wurde. Leider wurde aber auch klar, daß CC-Lizenzen auch Risiken beinhalten. Dies beginnt bei der Frage der Beschränkungen (z.B. „nichtkommerziell“) und endet bei der Frage der Haftung für fälschlicherweise unter CC-Lizenz eingestellte Inhalte. Eine sehr gute Session, die mir einige Punkte auch noch mal deutlich klar gemacht hat.

Danach habe ich mir das Thema „Copyriots – Kampf der Kulturen“ angehört. Entgegen der Titelankündigung war die Session sehr friedlich und freundlich. Allerdings war man sich auch einig, daß zwar die Probleme angesprochen werden können, Lösungen wurden jedoch nicht erarbeitet. Schade war natürlich, daß die GEMA – als oft in diesem Zusammenhang erwähnte Institution – trotz Einladung nicht gekommen ist.

Nach diesen zwei stark rechtlich orientierten Themen habe ich mich etwas zum Thema Crowdfunding angehört und zwar „Crowdfunding als Finanzierungsstrategie für Journalisten, Autoren und Verlage“. Einerseits finde ich es interessant, daß es tatsächlich erfolgreiche Crowdfunding-Initiativen für konkrete Projekte gibt, andererseits bezweifle ich, daß Crowdfunding als grundsätzliche Finanzierungsstrategie funktioniert. Es ist jedenfalls sehr viel Arbeit und Engagement notwendig, um eine Crowd aufzubauen (wir haben die 7 Schritte zum garantierten Erfolg kennengelernt) und damit die Finanzierung hinzubekommen. Interessant und nachvollziehbar fand ich den Gedanken, daß die Gründung der taz-Genossenschaft vor vielen Jahren auch eine Form des Crowdfundings war.

Nach einer verlängerten Mittagspause (und mehreren Gesprächen) habe ich mir zum Abschluß noch die Session von Dirk von Gehlen gegönnt: Mashup – Lob der Kopie. Das gleichnamige Buch des Referenten habe ich vor wenigen Wochen gelesen. Die Session enthielt insofern für mich keine wesentlich neuen Aspekten, die Verbindung der (auch im Buch vorgestellten) Themen mit Filmausschnitten machte das Thema jedoch sehr lebendig. Ich stimmte mit vielen der Gedanken und Thesen des Referenten überein – die Herausforderung wird es jedoch sein, eine Lösung für die aufgeworfenen Probleme (Nachahmung als Kulturtechnik, Kriminalisierung der Gesellschaft) zu finden. Mit dem Buch und dem Vortrag werde ich mich aber in den nächsten „Tagen“ noch mal konkreter auseinandersetzen.

Das war meine #rp12 – ein interessantes und spannendes Ereignis. Jetzt fehlt nur noch eine „Auswertung“, die ich aber in den nächsten Tagen „nachreichen“ werde.